• Jelena Pantić-Panić

Dein Guide durch den Mediendschungel!

In der Kategorie #Frauenstark werden euch Frauen vorgestellt, die eine inspirierende und motivierende Funktion für ihre Mitmenschen haben. Sie schreiben die Herstories unserer Zeit und Zukunft. Eine gesunde Gesellschaft lebt vom Miteinander und da wir so viele starke weibliche Persönlichkeiten haben, müssen diese mit ihren Ideen und Innovationen in den Vordergrund gestellt werden.


1) Stell dich bitte kurz vor:

Jelena: "Mein Name ist Jelena Pantić-Panić, ich bin Mentorin für junge Medienfrauen und seit 2017 das Gesicht vor und hinter medien.geil – dem Guide durch den Mediendschungel. Ich bin 28 Jahre alt, Mama eines kleinen Sohnes und Wienerin mit serbischen Wurzeln."


2) Du hast vor wenigen Jahren mit medien.geil auf Instagram angefangen. Warum?

Jelena: "Als ich mit 20 in den Journalismus eingestiegen bin, hatte ich keine Ahnung von nichts und war sehr verwirrt und verunsichert. Wie kommt man an einen Job, wie pitcht man einen Artikel, wie viel Honorar ist angemessen?

Dazu kam dann später die Enttäuschung, über die nicht besonders wertschätzende Medienbranche und ich habe mich danach gesehnt, was Eigenes auf die Beine zu stellen. Und ich dachte mir: Ich kann doch unmöglich die einzige sein, die sich anfangs so lost gefühlt hat. Es brauchen sicher viele andere Journalistinnen Empowerment und Orientierung – und damit hatte ich recht."


3) Wenn es um Social Media geht, ist jede:r Blogger:in auch Autor:in, dann kommst du und machst ein Mentoring für JournalistInnen, wie ist dir die Idee gekommen und vor allem: Woher kam der Mut?

Jelena: "Die Idee und der Mut sind quasi aus der Not heraus entstanden: Ich habe dringend etwas gebraucht, um mich als Journalistin besser zu fühlen, also habe ich es geschaffen. Die Medienbranche wie sie ist hat mir nicht gefallen, also habe ich beschlossen etwas zu verändern – sie besser zu machen, indem ich Journalistinnen stärke. Relativ schnell habe ich die Bestätigung bekommen, dass der Bedarf da ist und es vielen jungen Journalistinnen so geht – nur hatte ich inzwischen eben auch Lösungen parat."


4) Wie kann man sich dein Mentoring vorstellen? Sagen wir, ich buche eine Einheit, wie viel kostet mich das und was darf ich erwarten?

Jelena: "Sagen wir, du steckst ein bisschen fest - hast bestimmte Herausforderungen und brauchst einfach konkrete Antworten und einen Fahrplan, was du als nächstes tun sollst, um deine Situation zu verändern – dann schicke ich dir einen Fragebogen zu, bereite mich individuell auf deine Situation vor und gebe dir innerhalb von 70 Minuten Tipps und Anhaltspunkte, wie du dein Problem lösen kannst - das ist das Quick-Fix-Mentoring um 199 Euro.

Willst du nachhaltig deine komplette Medienkarriere planen und wirklich eine Vision und einen Fokus finden für die Journalistin, die du sein willst und deine Ideale leben – dann hören wir uns einen ganzen Monat lang 2x die Woche und das Investment kostet dich 1.200 Euro – Anleitungen, Fahrpläne, Insiderwissen, und und und inklusive. Mit diesem Angebot bin ich eigentlich jeden Monat ausgebucht, es ist ein Wahnsinn."


5) Gibt es einen gemeinsamen Nenner, den du bei jungen Journalistinnen betrachtest?

Jelena: "Oh ja, Selbstzweifel und Verunsicherung ohne Ende. Niemand sagt dir, wie es wirklich geht, du musst alles mit trial and error selbst herausfinden. Ich verkürze diesen Prozess des Herumirrens. "


6) Wann hast du dich getraut, dich selbst als Journalistin zu bezeichnen und was war dazu nötig?

Jelena: "Ich struggle tatsächlich bis heute noch damit, jetzt bin ich ja wirklich nicht mehr journalistisch tätig. Aber auch als das mein Hauptberuf war, war es: Ich bin ja „nur“ Chefin vom Dienst, ich schreibe nicht so viel, ich mache ja nicht so viel Politik, ich bin ja nicht so bekannt. Irgendwas findet sich immer."


7) Ab wann ist man ein:e Journalist:in?

Jelena: "Definiere für dich, welchen Impact du mit deiner journalistischen Tätigkeit erreichen willst – und wenn du das Tag für Tag tust, bist du Journalistin. Du musst nicht investigativ arbeiten, 50 Preise gewinnen, in jeder Podiumsdiskussion sein und 40.000 Twitter-Follower haben, um deine Daseinsberechtigung in der Medienbranche leben zu dürfen."


8) Du hast dir beruflich eine eigene Bühne gebaut, daran scheitern viele heutzutage - was wären deine Tipps?

Jelena: "Das hast du schön formuliert, genau das war mein Ziel. Wenn man etwas komplett Neues auf die Beine stellen will, darf man sich nicht zu viel an dem orientieren, was schon da ist. „Die Branche geht den Bach runter“, „in der Medienbranche kann man kein Geld verdienen“, „man muss das, man soll das“ – sowas interessiert mich nicht. Ich bin gekommen, um die Medienbranche auf den Kopf zu stellen und ich tue es auf meine Weise, nach meinen Regeln und in dem Wirkungsgrad, den ich mir selbst schaffe und der mir zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist."


9) Könntest du dir vorstellen, wieder als angestellte Journalistin zu arbeiten? Begründe deine Antwort.

Jelena: "Ich bin es schon so gewohnt, selbstständig zu sein, dass ich es mir fast nicht mehr vorstellen kann, in einer Redaktion zu arbeiten – aber natürlich schließe ich das nicht aus, wenn ein unwiderstehliches Angebot kommt, gehe ich offen auf neue Möglichkeiten zu."


10) Was möchtest du noch loswerden?

Jelena: "Gute Journalisten sind nicht zwingend gute Führungskräfte. Was Leadership im Journalismus betrifft, ist in der Branche sicherlich noch ganz viel Luft nach oben. Denn 100% meiner Mentees zweifeln an ihren Fähigkeiten, an ihren Medienunternehmen und am Journalismus selbst aufgrund nicht ausreichend qualifizierter Führungskräfte."



Jelena Pantić-Panić war jahrelang Chefin vom Dienst und Kulturressortleiterin beim Wiener Stadtmagazin „Das Biber“ und Leiterin des Umstylingressorts „Style Me!“ in der Frauenzeitschrift „maxima“. Auf ihrem Blog „medien.geil“ tätig, dem Guide durch den Mediendschungel, auf dem sie Tipps, Tricks und Einblicke in die Medienbranche gibt, um angehenden Journalist*innen den Berufseinstieg zu erleichtern.


Medien.Geil auf Instagram