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Mindful Selling & Gratis Pommes!

Sind Sie Coach/Trainer:in/Berater:in oder irgendetwas in diese Richtung und möchten Ihre Expertise zwar via Instagram anbieten, wissen aber nicht genau wie Sie bei Ihrer Zielgruppe ankommen sollen? Diese Frau bringt Sie dorthin und bietet dazu noch jede Menge gratis Pommes an! Darf ich vorstellen? Luna Dickmann


1) Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du und was machst du?!

Luna: "Ich bin Luna “die Pommes” Dickmann aus Kölle und bringe Coaches, Expertinnen und Beraterinnen bei, wie sie ihre Coachings & Onlinekurse auf Instagram verkaufen, ohne sich wie ein Arschloch zu benehmen (das ist ja unsere größte Angst: Verkäuferisch wirken!).

Der Fokus liegt dabei auf Frauen und damit bin ich zur Hälfte auch Aktivistin. Ich versuche Frauen einen Raum zu bauen, indem sie aufhören auf die Bestätigung anderer zu warten und auf sich selbst vertrauen. Das stößt auf viel Widerstand, weil Frauen viel Kraft aufbringen müssen, um aus ihrer Rolle auszubrechen. Außerdem kommen sie meist aus unternehmerischen Systemen, in denen männliche Attribute erfolgsbringend sind. Der Spruch “Sei doch einfach du selbst hihi” sieht auf Instagram-Bildchen ganz nice aus, ist aber in der Realität harte Arbeit für marginalisierte Gruppen."

2) Du bringst Leuten bei, anderen ihre Expertise via Instagram zu verkaufen - seit wann ist Instagram der richtige Ort dafür?

Luna: "Seit wann - gute Frage! Seit immer? Du kannst deine Pommesbude überall aufbauen und anfangen zu verkaufen. Die Frage ist ja: Was sucht die Nutzerin auf Instagram, wenn sie die App öffnet? Was musst du ihr auf der Plattform bieten, damit sie Bock hat, deine Pommes zu kaufen? Wir wissen alle save: NIEMAND ist auf Instagram, um was zu kaufen. Wir sind auf der Suche nach Inspo, Sprüchen, coolen Frauen, die unser Selbstbild bestätigen - also wir suchen Leute, die uns ähnlich sind. Der Begriff “Bubble” beschreibt das ganz gut.


Und das ist der springende Punkt: Wir suchen Personen, Menschen, Charakteren, Menervas, Heikes und Lunas. Wir suchen nicht “Instagram Coaching” oder “Hose” oder “Smoothie”. Das heißt der Zeitpunkt, um zu verkaufen auf Insta ist der, an dem du dein Face in die Kamera hältst. Hier fängt deine Followerin an zu entscheiden: Die ist cool. Ich mag die. Die will ich konsumieren. Dann wird der Zeitpunkt kommen, an dem du dein Coaching verkaufst und einige werden kaufen und die meisten nicht - die konsumieren einfach weiterhin deinen geilen Shit in deinem Feed & deinen Stories. Deswegen ist es ja so wichtig, richtig geilen, hilfreichen Content zu machen. Denn die aus deiner Community, die nicht kaufen, sind natürlich ultra wertvoll: Sie kommentieren, teilen, speichern, sorgen für deine Reichweite. Wenn du für diese Menschen hilfreichen Content machst, musst du dir keine Sorgen mehr um Käufer*innen machen."


3) Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, dieses Coaching ins Leben zu rufen?

Luna: " Ich bin großer Fan von Sandra Holze. Sie bringt Expert*innen bei, ein Online Business aufzubauen. Als ich das sah, dachte ich: Geil, das will ich auch machen - aber nur für Frauen und für Instagram. Ich hatte das schon immer in mir, andere Frauen zu motivieren. Im Freundeskreis bin ich immer die, die kein Blatt vor den Mund nimmt und damit habe ich mir heute ermöglicht, meine kühnsten Träume zu leben - das wollte ich anderen auch beibringen.

Instagram suchte ich mir aus, weil ich das Bild-Format immer mochte. Ich kann hier so einfach Sales-Techniken erklären mit Grafiken und Gifs, die ich in der Story erstelle.

Das ist viel eingängiger und gibt meiner Community oft krasse Aha-Momente, für die sie ein ganzes Buch hätten lesen müssen. Eine Insta-Story ersetzt selbstredend kein Buch oder das Verständnis für ein komplexes auf Kaufpsychologie basierendes Marketing-System, aber ich kann die Menschen einmal mehr an mich binden, indem ich ihnen zeige: Hey, ich bring dir was bei. Hier ein Häppchen, da ne Pommes.

Das Bilder-Ding auf Instagram hegt aber natürlich auch den Schmerz der Frauen in sich: Einerseits wollen wir “einfach wir selbst sein” und “auf das patriarchale System scheissen”. Wir wollen unser Wissen zeigen, unsere Kompetenz, unsere Meinung.

Im nächsten Moment wollen wir hübsche Bilder von uns zeigen, unsere Weibilchkeit, sexy sein. Und da geht das Gedankenkarussell los: Darf ich das denn als Businessfrau? Darf ich mich hübsch zeigen, wenn ich gleichzeitig kompetent sein will? Oder mach ichs lieber mit nem ironischen Unterton?

Das Aussehen der Frau wurde jahrtausende lang als Laster postuliert und ich hoffe mit meiner Arbeit auf Instagram meinen Beitrag für ein selbstbestimmtes Körperbewusstsein zu leisten."

4) Was hält die meisten Menschen deiner Meinung nach davon ab anzufangen, ihre Dienstleistungen anzubieten?

Luna: "Die Angst vor der Meinung der Freundin, der Familie, alter Schulkamerad*innen oder Arbeitskolleg*innen ist die größte. Was ist, wenn mich meine Freundin für eine eingebildete Gans hält? Was, wenn meine Konkurrentin sieht, dass ich was falsches sage? Was, wenn ich in der “echten” Welt darauf angesprochen werde?

Wir wollen kontrollieren, was andere über uns denken und werden zu People Pleaser erzogen. Lieb sein, Verständnis haben, niemanden in den Schatten stellen: Das hindert uns dann daran, unserere Kompetenz haltlos zu zeigen und eine “Fuck everything, mein Produkt ist der SHIT”-Haltung nicht nur anzunehmen, sondern mit jeder Pore zu leben. Denn an dieser Stelle müssen wir loslassen: Diejenigen gehen lassen, die unser Produkt nicht brauchen aka Follower*innen verlieren. Aber nur so ziehen wir eben auch diejenigen an, die perfekt zu uns passen. Loslassen könnte die Superkraft der Frauen sein - stattdessen halten wir zu oft fest, kontrollieren und lassen uns von Angst leiten."


5) Ist Coaching schon immer deine Richtung gewesen, oder bist du Quereinsteigern? Was ist deine Berufsgeschichte?

Luna: "Ich war auf jeden Fall schon immer ein freches Großmaul mit der Tendenz zur Lehrerin. Bei einem Mann würde man sowas als “Führungskompetenz” titulieren. Zu meiner beruflichen Laufbahn: Ich habe einen Master in Germanistik mit Schwerpunkt Linguistik und lange gedacht, ich würde in den Uni- oder Verlagsbetrieb einsteigen. Oder irgendwas mit Texten machen.

Ich hatte aber keine Vision von mir als ich 2016 die Uni verließ. Ich fühlte mich ohne Ende mittelmäßig und minderwertig, weil ich in einer Gastarbeiterinnen-Familie aufwuchs. Der Analphabetismus in der Familie wurde durch mich und meinen Bruder aufgefangen. Ich bin in einem bildungsfernen Zuhause aufgewachsen und dachte bis vor ein paar Jahren: Ich werde das niemals beruflich erzielen, was meine Kommiliton*innen mühelos erreichen: Ihre Eltern besorgten ihnen Praktika und hatten prima Kontakte. Mir fehlte einfach diese Basis. Das habe ich aber irgendwann als meine Stärke erkannt: Ich bilde mit meiner vorlauten Art einfach ein eigenes Netzwerk (meine Community!). Ich musste früher komplizierte Briefe von Ämtern oder der Arbeitsagentur für meine Mutter verständlich erklären: Das hat mich zu einer verständnisvollen Lehrerin gemacht! Nach dem Studium war ich in 2 Agenturen als Social-Media-Managerin angestellt, aber ich merkte schnell: Ich mag meinen Boss nicht, ich will Boss sein. Ich will auch nicht 2 Jahre warten bis ich eine Gehaltserhöhung und mehr Verantwortung kriege - ich will das selbst entscheiden. Jetzt bin ich seit März 2018 selbständig! Ich erschuf “einfach” meinen eigenen Weg, statt mich in einen klassischen Karriereweg zu pressen, in den ich nie rein passte. Ich sage “einfach”, weil ich mir meiner Privilegien als weiße deutsche Kartoffelfrau im Klaren bin."


6) Was denkst du, wenn ein/e Klient/in sagt: „Aber das was ich anbieten möchte gibt es schon in einer professionelleren Form“.

Luna: "Das höre ich sehr oft und auch “Das, was ich mache, gibts doch schon!”

Ja, das stimmt sage ich, aber niemand ist so wie du: NIEMAND kauft dein Coaching nur wegen dem Coaching-Inhalt. Die Leute sagen “Ja” zu dir, wegen DIR. Weil sie dich cool, lustig, nett, laut, leise oder frech finden. Sie entscheiden sich für dich, weil sie zum Teil so werden wollen wie du. Viele Frauen, die schüchtern sind kommen zu mir, weil sie mutiger werden wollen.

Wenn du anfängst besonders professionell wirken zu wollen, geht das wahrscheinlich in die Hose, weil du dann deine Persönlichkeit & Einzigartigkeit mit etwas Künstlichem übermalst. Professionell bedeutet, dass du eine verlässliche Coach für deine Kund*innen bist, nicht dass du dich wie Boomer-Ralf mit Stock im Arsch verhältst."

7) Was denkst du, wenn ein/e Klient/in sagt: „Meine FollowerInnenanzahl ist viel zu niedrig, um überhaupt ernst genommen zu werden.“

Luna: "Dann denke ich an meine Kund*innen, die mit 150 Follower*innen easy peasy 5 stellige Umsätze machen und muss leider sagen, dass Followerzahlen und dieser ganze Insights-Gedöns im Business-Account die Leute völlig Lalla in der Birne macht - sie konzentrieren sich schlichtweg auf die falschen Zahlen."


8) Dein Online-Kurs heißt „Mindful Selling“ - was kann man sich darunter vorstellen?

Luna: "Ich glaube an Karma, Yin und Yang, Spiritualität, Reziprozität - nenn es wie du willst. Das heißt: Was ich rausgebe, bekomme ich zurück. Dazu muss ich aber einen Ist-Zustand erschaffen, der meine gewünschten Ergebnisse auch empfangen kann.

Wenn ich mir die ganze Zeit sage “Ich bin so dumm, ich hab so wenige Follower*innen und die anderen wissen viel mehr als ich” dann poste ich dementsprechend wenig bis unregelmäßig und nur mit zögerlicher Hand. Dafür werde ich keine geile Community, fette Umsätze und Empfehlungen zurück kriegen.

In meinem Onlinekurs lernen die Frauen, wie sie ihr Wissen & ihre Einzigartigkeit auf die Instagram-Straße kriegen, damit sie ihre Wunsch-Community und ihren Wunsch-Umsatz magnetisch anziehen können.

Und zwar egal ob sie seit 1 Monat oder 1 Dekade Coach sind - denn egal wie wenig du weißt, du weißt mehr als deine Wunschkund*in, die genau einen Schritt hinter dir ist und dich braucht, um diesen einen Schritt nach vorne zu machen. So wächst du in deine Rolle.

Ansonsten geht es natürlich um die Erstellung eines Redaktionsplans, der die Probleme deiner Community löst. Ich sehe viele, die die Coaching-Brille anhaben und damit immer im Erklär-Bär-Modus sind. Solche Beiträge sind dann total langweilig und erhalten kaum Likes, Interaktion oder Saves. Im Kurs lernen die Selleries, wie ich sie nenne, wie sie einen echten Kontakt zur Community aufbauen, der authentisch ist und auf ihren Werten basiert. Der politisch ist, Haltung hat und nicht glatt geleckt ist. Und dann gehts natürlich um den hotten Shit: Algorithmus, Reichweite, Interaktion."


9)Was sind deine top Tipps für Leute, die grad dabei sind sich als TrainerInnen zu verwirklichen?

Luna: "Egal ob du schon ein Produkt hast oder nicht - bau eine Community auf, die gerne kommentiert und deine Beiträge teilt. Denn es ist viel einfacher an Menschen zu verkaufen, mit denen du schon interagiert hast: Diese heißen im Vertrieb “warme Kontakte”. Deine Beiträge auf Insta müssen außerdem so gut sein, dass du Geld dafür nehmen würdest. Brainstorme eine Liste mit akuten Problemen deiner Wunschkundin und dann poste Lösungen dafür in deine Posts. Wenn du z.B. Ernährungs-Coach für Veganer*innen bist, haben deine Leute Probleme im Urlaub Restaurants zu finden - kannst du ihnen in deinem Post einen richtig guten Hack dazu geben?

Oder wenn du Coach für weibliche Sexualität bist, haben deine Kundinnen vielleicht Scham dabei, sich selbst zu befriedigen: Kannst du ihnen in einem Post ein paar Anfängerinnen-Tricks beibringen?"


10) Bei dir bekommt man jede Menge gratis Pommes, möchtest du erklären wieso das so ist?

Luna: "Haha - das mit dem Pommes-Storytelling hat sich natürlicherweise entwickelt. Pommes liebe ich schon immer!

Wieso ich gratis Pommes, also gratis Content bei mir anbiete ist deswegen: Menschen im Internet sind zu recht voller Misstrauen: Jeder Rolf kann sich ja “Persönlichkeitsentwicklungscoach” nennen und auf Instagram seine Bude eröffnen. Das kennen wir ja schon von den kleinen Larrys, die uns auf Insta komische Sprachnachrichten schicken.

Ich muss mir den Vertrauensvorschuss meiner Online-Kundinnen erstmal verdienen und das mache ich mit den besten Tipps, die ich für sie habe. Hier checken sie dann: AHA, die Luna kann ja echt was. Einige kaufen dann auch gerne meinen Onlinekurs und meine Coachings. Andere sind wertvolle Mitglieder meiner Community, mit denen ich mich gerne austausche - auch über die beste Heißluftfritteuse (kein Spaß)."



Luna Dickmann ist der Geheimtipp für alle, die Ihr Coaching auf Instagram verkaufen wollen.


Lunas Website

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