Mutausbruch

June 18, 2017

 

Was wäre wenn?

Wie oft stellst du dir die Frage "Was wäre wenn?" Wie oft stellst du dir vor, dein Leben wäre an einem gewissen Punkt anders verlaufen? Wie oft hast du davon geträumt, es gäbe eine Zeitmaschine die dich dorthin zurückbeamt, wo du dich anders hättest entscheiden sollen?
Ich persönlich stelle mir die Frage immer dann, wenn ich unglücklich bin und mich dieses Gefühl dazu zwingt, mich mit anderen zu messen. Und als sei es ein stiller Wettbewerb, wer nun glücklicher, schöner, erfolgreicher, das bessere Insta-Life, oder sogar all das zusammen ist und hat, frisst mich dieses Gefühl von innen auf, bis mein Selbstbewusstsein in Ohnmacht fällt. So war das, bevor mir durch Schicksal das hier geschah:

Fliegen- Lehrerin- Yoga
Ich habe vor Jahren eine Frau kennengelernt, die 20 Jahre lang als Flugbegleiterin arbeitete. 20 Jahre. Das ist eine verdammt lange Zeit. Sie hat sich am Anfang nur das Geschichtsstudium damit finanzieren wollen. Ihr gefiel das Reisen aber so gut, dass sie das Studium abbrach. Sie brauchte es immerhin nicht mehr, einen Job hatte sie ja schon. Das Studium war im Vergleich zu den interessanten Ländern und dem Crewlife einfach viel zu trocken. Die ersten Jahre als Flugbegleiterin in denen man die Welt bereist sind traumhaft schön, da wird man bezahlt um zu urlauben- so dachte sie. Hin und wieder einen O-Saft ausschenken und Brötchen anbieten, ist es allemal wert, dass man dafür paradisische Inseln und orientalische Märkte besucht. Die Routine und die Unhöflichkeit der Fluggäste sind es weniger, die stören. Auch das Muttersein funktioniert bei so einem Job, wenn der Partner gut mitspielt. Es ist etwas ganz anderes, das einem dann fehlt: Das Weitergeben. Irgendwann vermisst man es, dass man etwas weitergibt. Einfach etwas anderes als Essen und Trinken. Da stand diese Frau nun, nach 20 Jahren als Flugbegleiterin und wollte diesen Job aber nicht mehr weitermachen. Sie hat versucht dieses Bedürfnis zu unterdrücken, weil es andere Prioritäten gab, wie die Hypothek für das Haus zum Beispiel. Dieses Bedürfnis drückte sich aber immer wieder an die Oberfläche ihrer Gefühle, also kündigte sie. Und was tat sie? Sie fing an zu studieren- gleichzeitig mit ihrem ältesten Sohn, der sie sehr dazu ermutigte. Nicht nur er, auch ihr Mann und der zweite Sohn waren ihr eine Stütze. Einige Jahre später machte sie ihren Abschluss und fing tatsächlich an als Lehrerin in den Fächern Geschichte und Englisch zu unterrichten. Diesen Job hat sie 15 Jahre lang gemacht und danach hat sie Yoga unterrichtet. Heute ist sie über 60 Jahre alt, hatte drei vollkommen unterschiedliche Jobs und ist voller ansteckend positiver Energie.

Mutausbruch!

Vergleiche dich nicht mit anderen, denn jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigene Geschichte. Es gibt einen Grund, warum du grad dort steckst wo du steckst.
Dein Weg ist deiner und nur weil du denkst, dass es andere gut haben, heißt es nicht, dass es dir automatisch schlechter geht. Die Stärke der anderen ist kein Beweis dafür, dass du schwach bist- das bist du nämlich nicht. Die Dame hatte das Glück, dass ihre ganze Familie sie unterstützte und mir ist bewusst, dass nicht jeder solch ein Glück, oder solch eine finanzielle Unabhängigkeit hat.
ABER: Manchmal ist alles was du brauchst eine Ecke, in der du dich kurz mit deinen Emotionen einsperrst, damit du später wieder voll und ganz auf deinen Beinen stehen kannst. Es gibt Phasen, da ist man eben öfter und länger mit seinen Emotionen alleine und es gibt aber auch Phasen, wo es besser geht.
Die Zukunft ist nicht morgen, sondern schon heute und du alleine zeichnest deinen Weg. Dann verdient deine Nachbarin eben doppelt so viel wie du und mag in deinen Augen etwas hübscher sein, aber nur weil sie hübsch ist, heißt das nicht automatisch, dass du es nicht bist. "Kündige, wenn dir dein Chef auf den Keks geht", "Iss´ den Donut" und "Kauf´ dir die verdammten Schuhe", weil "yolo"- ist einfach gesagt und mag nicht für jeden möglich sein, ich weiß. Wenn du aber tagtäglich mit Bauchschmerzen in die Arbeit gehst, für einen Donut töten könntest, weil du seit Wochen nichts Süßes gegessen hast und dir schon lange nichts gegönnt hast, dann musst du dir einen neuen Weg schaffen, in dem du dein "Will" und dein "Muss" gut miteinander vereinen kannst. Dein Dasein darf nicht nur noch aus Schmerz und Verboten bestehen. Wenn der alte Weg gesperrt ist, dann zeichne einen neuen. Wenn der alte Weg unklar erscheint, setze eine Brille auf. Wenn der alte Weg holprig ist, dann schieb´ die verdammten Steine auf die Seite.
Liebe und respektiere dich. Stell´ dich vor einen Spiegel hin, umarme diesen Körper, der so viel arbeitet und einfach nur müde ist, weil er mehr leistet als ruht. Präge dir dein Lachen ein, weil es nichts Schöneres an dir gibt als das und lass´ dieses Bild von dir nicht mehr los. Höre Musik, die dich zum Weinen bringt und dein Herz höher schlagen lässt, lese Lektüren, die dich zum Nachdenken bringen und die Kritikerin in dir kitzeln, esse Gerichte dessen Namen du nicht aussprechen kannst, tanz´ barfuß im Regen und lache ab und zu über dich. Nicht nur über den Tellerrand schauen, sondern über den ganzen Tisch schweben und das bitte mit Schwung! Du hast keinen? Dann nimm´ Anlauf!
Was du leistest ist nicht wenig- im Gegenteil. Anstatt die Fehler in dir zu suchen, suche das, was dich stärkt und nähre es. Nähre es mit Geduld, mit Selbstliebe, mit Vertrauen und Zufriedenheit. Schneide jeder Negativität die Wege zu deinem Herzen ab und solltest du ihr doch im Dunkeln begegnen, dann lach´ ihr frech ins Gesicht- das hasst sie am meisten. Breche aus! In Mut, Liebe, Positivität, aber vor allem ins Leben- dein Leben.

 

 

Fotocredit: wix.com

 

Please reload

  • Facebook Social Icon
  • Instagram Social Icon
Recent Posts

July 8, 2019

June 20, 2019

June 13, 2019

November 28, 2018

November 13, 2018

Please reload

  • Facebook Social Icon
  • Instagram Social Icon

©2019 Made with multicultural Humor since July 2016