Sistas Unite and Fight

November 10, 2017

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

 

Hier spricht eine typische, privilegierte, weiße Mittelschicht-Feministin. Aber: Auch wir haben Diskriminierungen erlebt und erleben sie immer noch. Beispiele gefällig? In den 70er Jahren war die Juridische Fakultät in Wien noch eine Burschenschafter-dominierte Männerdomäne. Studentinnen wurde angeraten, nach Hause zur Waschmaschine zu gehen – oder wie mir: "Suchen Sie sich einen Freund mit einem Gesetzbuch." Das waren meine ersten politischen Erfahrungen: ich habe mich einer kleinen feministischen Frauengruppe angeschlossen, die sich gegen den Sexismus dieses Professors zur Wehr setzen wollte. Später dann, als wissenschaftliche Assistentin: Menschen, die mich grundsätzlich für die Sekretärin gehalten haben, Bewerbungen, bei denen ich nach meinen Familiengründungsplänen gefragt wurde, bis zur Auskunft: Nein, Sie kommen da nicht in Frage, für den Job brauch ma schon ein g’standenes Mannsbild (ging um einen Schreibtischjob in einem Ministerium…. #justsaying). Später dann: meine Arbeit für die erste Frauenstaatssekretärin Johanna Dohnal als weiteres Hindernis, zusätzlich zu meiner parteipolitischen Nicht-Zuordenbarkeit: Jössas, de kummt von da Dohnal, und wo g’hert die denn hin? Wieder später die gläserne Decke, und für linke Feministinnen hängt die ziemlich tief. Aber wenigstens hab ich – weil öffentlicher Dienst – keine Lohndiskriminierung erlebt und krieg eine halbwegs anständige Pension – was mich massgeblich von sehr vielen Frauen in Österreich unterscheidet – diesbezüglich bin ich wirklich privilegiert!

Und trotz Diskriminierungserfahrungen: ich hab’s geschafft – mit Unterstützung meines profeministischen Partners – Job, zwei mittlerweilen erwachsene Kinder, auf die ich irrsinnig stolz bin – und politisches Engagement irgendwie unter einen Hut zu bringen – auch das ein Privileg – für Frauen nämlich. Bei Männern ist das selbstverständlich, da fragt niemand!  Mein politisches Engagement war meist ein feministisches – aber auch ein antirassistisches und antifaschistisches.

Als Feministinnen müssen wir einander nicht alle lieb haben. Wir sind verschieden und das ist gut so. Kontroversielle Diskussionen find ich spannend, so lang wir einander gegenseitig respektieren, ausreden lassen und Differenzen stehen lassen können. Du trägst ein Kopftuch? Selbstbestimmt, aus freiem Willen? Okay, kein Thema! Ich trag keines, auch selbstbestimmt und aus Überzeugung – komm, wir gehen miteinander auf die Strasse und kämpfen für Frauenrechte! Oder: Du willst dein Geld als Sexarbeiterin verdienen? Niemand zwingt dich dazu und das Geld gehört dir und sonst niemand? Okay, wir unterstützen dich solidarisch in deinen Kämpfen um rechtliche Absicherung!

Zwei Beispiele von vielen für das, was mir wichtig ist: Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit, ohne Diskriminierung befürchten zu müssen. Auch bei den reproduktiven Rechten: WIR entscheiden, ob, wann, wie viele Kinder wir haben wollen. WIR entscheiden uns für eine (Geschlechter)Rolle, für einen Lebensentwurf, und überhaupt.

In den Frauennetzwerken – meine sind der Österreichische Frauenring, die Plattform 20000Frauen, der Verein Österreichischer Juristinnen - treten wir seit Jahrzehnten gegen jede Form von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, auch in Verbindung mit anderen Diskriminierungsgründen wie zB Religion, ein. Jede Frau – wie jeder Mensch! - soll leben können, sich kleiden können, sagen, tun und lassen können, was sie/er will. Als seit Jahrzehnten aktive networkerin in der Frauenpolitik hab ich gelernt: Ohne diesen Respekt für Differenzen gibt es keine breiten Bündnisse. Breite Bündnisse sind aber wichtig: United we stand, nur gemeinsam sind wir stark!


Wichtige Plattformen:
Frauenring.at

20000 Frauen

Juristinnen.at

 Fotocredit: Asma Aiad

ENGLISH VERSION
This is a typical privileged white middle class feminist speaking. But: We also experienced and are still experiencing discrimination. Examples needed? Well, in the 1970’s the juridical faculty in Vienna was a male domain led by fraternities. Female students were advised to go home and do the household – a professor even said to me: find a boyfriend with a code of law. This was my initial experience with politics: I joined a small feminist movement, who wanted to stand up against sexism from this certain professor. Later on, as scientific assistant: People automatically took me as the secretary. I had job interviews where I was asked for my family planning. Somebody even said to me, they won’t take me for the job, because it takes a real man to do the job (this was a desk-job at a ministry...#justsaying). Some time later: I was working for the Austrian state secretary for women’s issues, Johanna Dohnal, which made things even harder. Plus I had no party political affiliations. People were like “oh my god, she worked for Johanna Dohnal!”and “who is she affiliated with?” Later again the “glass ceiling”, and for a leftwing feminist this ceiling hangs pretty low. But at least I haven’t experienced any wage discrimination, because I was working for the public service, and I do get paid a quite good pension – compared to many other women in Austria – concerning this, I am truly privileged. 2) Feminism – however, or exactly because of that, plus the fact I experienced discrimination: I managed to handle a job, two, now grown-up, kids, whom I am so proud of, and my political commitment - with the support of my pro-feminist partner – and this too is a privilege, a privilege for women. All this comes natural for men. My political engagement was most of the time a feminist-, but also an anti-racist and antifascist one. Being a feminist doesn’t mean we all have to be best buddies. We are different, and that’s alright! Controversial discussions are exciting, as long as we respect each other, let each other finish our sentences and allow us to have different opinions. You wear a headscarf? Self-determined and by free choice? Okay, no issues! I don’t wear a headscarf, also self-determined and by free choice – come on, let’s go and fight for women’s right side by side! Or you want to work as a sex-worker? Nobody forces you into it, and the money is all yours? Okay, out of solidarity we support you in your fight for legal protection. Just two examples out of many, for what I stand for: self-determination and freedom of choice, without the fear of discrimination. The same applies for the reproductive Right-Wing: it is US who decide whether and when we want to have kids. We decide the (gender)role we want to take, we choose our way of life. For decades the women’s network (I am part of “Österreichischer Frauenring”, the platform “2000Frauen”, der Verein der Österreichischen Juristinnen) stands for any kind of discrimination based on gender, also in connection with other reasons for discrimination like, for example, religion. Every woman, as every human being, should have the right to live, dress, talk and act how they want to. Being active for decades as an networker in women’s politics I learned one thing: Without respecting our differences there are no broad alliances. But those alliances are so important: United we stand, only together we are strong!
(Übersetzt von Julia Cham)

 

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