Menstruphobia 101- breaking menstrual taboos

November 17, 2017

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

“Menstruation is the only blood that is not born from violence, yet it's the one that disgusts you the most”.
Wir müssen unseren Alltag so leben, als hätten wir nie unsere Regel. Als hätten wir jeden Tag im Monat dieselbe Energie, als bräuchten wir bloß etwas Kaffe am Morgen um den Alltag meistern zu können. Weggeschwiegen werden die Regelschmerzen, die unendliche Müdigkeit, die PMS-Symptome, die Zeit wo man sich eventuell lieber zurückzieht, statt mit Freunden auszugehen. Oft aber auch ganz einfach, weil wir selbst nicht wissen, was unser Körper eigentlich durchmacht. Und ich beziehe mich nicht bloß auf die 5-7 Tage an denen wir menstruieren, sondern auf den gesamten Menstruationszyklus (28-35 Tage) und wie stark er uns beeinflusst. Wir haben nie gelernt, unseren Menstruationszyklus zu lesen oder ihn zu verstehen, sondern bloß zu akzeptieren, dass einmal im Monat unsere Laune verrückt spielt und wir uns zusammenreißen müssen. Ein Hoch auf die Frau, die jeden Tag gut drauf ist, nie Stimmungsschwankungen hat und der man nie anmerkt, wann sie ihre Regel bekommt. Es gibt Mädchen, die haben in der Schule Angst die Binde zu wechseln, weil das Rascheln der Verpackung verraten könnte, dass sie gerade ihre Tage hat. Lieber erfinden wir eine Migräne als einfach zu sagen, dass unsere Regelschmerzen heute furchtbar sind, wir uns aufgebläht und einfach scheiße oder traurig oder wütend fühlen. Eigentlich nicht verwunderlich, denn in den meisten Fällen werden Regelschmerzen von denen, die sie nicht haben, nicht ernst genommen. Wir wollen ja gar nicht ständig über unsere Tage reden. Aber wenn uns menstruationsbedingte Symptome plagen, dann muss es möglich sein, diese auch ansprechen zu können. Es muss möglich sein zu sagen: Mir geht’s heute nicht so gut, ich krieg´ bald meine Tage - ohne Scham und ohne Angst zu haben, andere auf Grund eines Anzeichens für einen gesunden Körper, anzuekeln oder zu Nahe zu treten. Denn Menstruation (wenn regelmäßig), ist ein Zeichen dass unser Körper gesund, fruchtbar ist. Unsere Gebärmutter erfüllt einfach ihre Funktion. Und genauso wie du dir eine Auszeit gönnst wenn du merkst, dass sich eine Verkürzung anbahnt, solltest du auch vor oder während deiner Tage deinem Körper das gönnen, was dir gut tut. Vielleicht bedeutet das einfach mal zu Hause bleiben, oder aber vielleicht brauchst du gerade dann ganz viele Leute um dich. Aber anstatt unsere Körper und seine Funktionen zu akzeptieren, malträtieren wir uns. Wir sind unheimlich genervt von unserem Körper und genervt davon, schon wieder unsere Tage zu haben - wie unpraktisch! Wir fühlen uns frustriert, wenn die Regel mal wieder überraschend oder zum schlechtesten Zeitpunk auftaucht. Hassen unseren Körper, weil wir mal wieder weniger Energie haben, uns unwohl fühlen, schlecht drauf sind aber so tun müssen, als wäre alles prima.

 Fotocredit: Asma Aiad

 

Lea ist Ruby Cup Ambassador

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Ich rede inzwischen normal über meine Menstruation statt so zu tun, als existiert sie nicht. Aber es hat fast 10 Jahre gedauert und diese 10 Jahre hätte ich alles dafür gegeben, keine zu haben. Der Wendepunkt war das Verständnis des Menstruationszyklus und eine plötzliche Faszination von all dem, was da in mir vorgeht, physiologisch und psychologisch. Es hat lange gedauert bis ich endlich verstanden habe, was da eigentlich in meinem Körper passiert. Endlich konnte ich Dinge wie schlechte Laune, schlechter Schlaf oder unglaubliche Energieschübe mit dem Menstruationszyklus in Zusammenhang bringen. Von dem Moment an, hat sich mein Verhältnis zu meinem Körper verändert. Ich kann mit ihm, statt gegen ihn arbeiten. Ich verstehe ihn, ich verstehe mich selbst. Ich kann mich besser um mich selbst kümmern und ich kann das beste aus jedem Tag herausholen. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, seinen Zyklus mit einer Trackingapp im Auge zu behalten. (Ich verwende Clue) Außerdem benutze ich seit fast 3 Jahren eine Menstruationstasse, und der hab ich es zu verdanken, dass meine Regel ein unwichtiges, monatliches Ereignis geworden ist. Ohne Frust, ohne plötzlichen Überraschungen, ohne Hass gegen meinen Körper und der wiederkehrenden Frage: Warum muss ich das durchmachen? Die Regel kommt, die Regel geht - die Routine ist perfekt einstudiert. Ich fühle mich auch nicht mehr schuldig, einen Termin abzusagen oder mal nicht mit Freunden loszuziehen, wenn ich kurz davor bin, meine Regel zu bekommen. Denn mit aufgeblähtem Bauch, generellem Unwohlsein, und dem Verlangen nach Sofa, Buch und Wärmeflasche ended ein soziales Ereignis zu dem ich mich zwinge um es anderen recht zu machen, eher im Disaster. Und ich bin noch nicht mal auf die emotionalen und psychologischen Auswirkungen des Monatszyklus’ eingegangen. Die meisten menstruierenden Personen, ganz abgesehen von denen die nicht menstruieren, sind sich der vier Phasen des Menstruationszyklus und wie sie einen beeinflussen können, nämlich gar nicht bewusst. Wir sind so fixiert auf die 5-7 Tage, an denen wir menstruieren. Aber der Menstruationszyklus passiert JEDEN Tag. Und in jeder Phase geht es uns unterschiedlich. Mal fühlen wir uns voller Energie, mal schießt unser Libido in die Höhe, mal sind wir super emotional und manchmal fühlen wir uns einfach am Boden zerstört. Und oben drauf ist jede Person unterschiedlich. Manch leiden regelrecht an PMS Symptomen, anderen empfinden PMS als kreative Phase. Manche erbrechen vor starken Regelschmerzen, andere haben gar keine. Wir sind alle so unterschiedlich und wir haben alle andere Erfahrungen wenn es um Menstruation geht. Was uns aber alle verbindet ist, dass unser Körper unfassbares durchmacht - jeden Monat. Wir müssen normal über unsere Perioden reden können, aber erst müssen wir sie selbst akzeptieren, verstehen und uns selbst ernst nehmen, bevor andere es tun. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht jeden Tag hochmotiviert und in bester Stimmung uns durch den Alltag arbeiten können und dass wir uns nicht dafür entschuldigen müssen oder uns schämen müssen, wenn wir mal nicht in das Bild der freundlichen, coolen, sexy Frau passen, die keine körperlichen Funktionen hat. Beginnen wir auch mehr miteinander über unsere Regel und deren Symptome zu reden, denn viele wissen gar nicht, was “normal” ist. Viele glauben, jeden Monat vor Schmerzen erbrechen zu müssen, oder so viel zu bluten, dass sie jede Stunde das Produkt wechseln müssen, ist normal. Und viele die durch ihre Menstruation leiden oder deren Alltag unmöglich gemacht wird, schämen sich das anzusprechen weil sie ihre Regel nicht so locker-flockig hinnehmen können wie es in der Werbung oder in Filmen gezeigt wird. Aber wie sollen wir es denn anders wissen, wenn wir alle gelernt haben, unsere Tage immer so diskret wie möglich zu behandeln. Tampon rein, Schmerztablette geschluckt, Lächeln aufgesetzt und weiter geht die Party! Regelblutung? Geh, bitte - ich doch nicht. Wir müssen darüber reden, denn oft sind unglaubliche Regelschmerzen oder eine krass unregelmäßige Periode Indiz auf ein gesundheitliches Problem. Dasselbe gilbt bei einer fehlenden Periode. Vielleicht denkst du dir: Geil! Schon 3 Monate keine Tage mehr, Schwangerschaft ist auch auszuschließen, endlich bleibt ich diese nervige monatlich Ereignis das eh keiner braucht, erspart. Dabei ist das eigentlich gar kein Grund zu Freude, sondern ein kräftiger Grund zum Gynäkologen zu gehen. Aber weil ja niemand gescheit darüber redet, wissen wir das alles nicht. All meinen FreundInnen, MitbewohnerInnen, Schwestern, Freunde, Ex-Freunden, die an etwas mehr Einblick in diesen ganzen Zyklus-Kram interessiert waren, und jene die mir zugehört haben, die nicht sofort beim Thema Regel abgeblockt haben, sind erstaunt und reagieren meist mit: “Wow, das macht dein Körper also alles durch im Monat? Kein Wunder dass du manchmal einfach Bock hast, zu Hause zu bleiben…ich wusste das alles nicht! ” Ich auch nicht, viel zu lange nicht. Deshalb müssen wir die Menstruation entmystifizieren und normalisieren. Wir müssen mehr über den gesamten Zyklus reden und wir müssen die physiologischen und psychologischen Symptome die mit ihm kommen, anerkennen. Jeder erlebt es anders. Die einen negativ, die anderen positiv. Aber egal was auf dich zutrifft, wir müssen diese körperlich Funktion mit all ihren Nuancen in unseren Alltag integrieren statt sie diskret zu verstecken. Ich habe viel zu lange darunter gelitten und ich bin sicher nicht die einzige. Eine Biologiestunde reicht nicht aus, dich auf all das vorzubereiten, schon gar nicht, wenn die Gesellschaft diese Funktion einfach wegignoriert oder in blaue Flüssigkeit taucht. Sei eine Heldin, sei ein Held und rede darüber, als wäre es das Normalste auf der Welt.
 


ENGLISH VERSION

“Menstruation is the only blood that is not born from violence, yet it's the one that disgusts you the most”.

In our society we are forced to live our day to day life as if periods didn’t exist. As if our energy levels and moods stay consistently the same throughout the entire month: always happy, always full of energy - just hand me that coffee and I’m good to start my day.

We ignore that fact that 80% of those experiencing menstruation suffer from period cramps. We ignore the exhaustion that comes along with menstruation, the PMS and the fact that sometimes, we’d much rather have some me-time instead of being social.

It’s not just society being ignorant towards menstruation and its symptoms, but also those who experience menstruation. And the reason for that igonarance is the simple fact that we simply don’t really understand what’s going on in our bodies. And I’m not only referring to the 5-7 days where we menstruate, but the entire menstrual cycle (28-35 days) and how it affects us every day.

We’ve never been taught how to read our menstrual cycle. What society teaches us about the menstrual cycle and menstruation is that we have to accept that once a month women act crazy and that these same women have to keep their shit together when they feel PMS bubbling up. Hail to the woman that is always happy, never shows the slightest sign of mood swings and who seemingly doesn’t even have a period.

Right now there is a girl that are afraid to change their pad in the schools bathroom stall out of fear that the rustling noise of the packaging will give away that she’s on her period.

We’d rather invent a headache instead of mentioning period cramps. Not very surprising, given the fact that menstrual related pain is rarely taken seriously. It’s brushed off as something women just have to suck up to. But period cramps aren’t always easy, and it’s not always “just” cramps. There’s a range of period symptoms starting from excruciating menstrual cramps, to bloating, depression or quite simply put, yes, mood swings that we try to suppress as of not to offend anybody.

It’s not that we even want to talk about our periods all day long - we have better things to do. But if a menstrual related issue is bothering or even concerning us, we have to have the space and acceptance in our society to be able to say: I feel really shitty today, I’m about to get my period. Without feeling embarrassed, or having to be cautious about freaking somebody out by going TMI about a bodily function that actually indicates that we’re fertile and healthy.

Having a regular period is mostly a sign of a healthy body. Menstruation is just simply our uterus doing what it was designed to do. It’s totally okay to take a sick day when you feel a cold creeping up, and it should also be fine to take some me-time and self-care moments before your uterus starts shedding it’s tissue. Do what your body is asking from you. Maybe that’s a slow yoga session, maybe it’s a hot bath or maybe it’s meeting up with your friends.

Unfortunately, we’re more used to covering up our period symptoms and forcing ourselves to keep taking on the day as if there was nothing happening in our body. Sometimes we even feel hatred towards our own body for menstruating at the worst possible moment (typical!).
We get frustrated by the drop of energy during those days, our skin breaking out, the mood swings and having to pretend like nothing’s going on.


It took me almost 10 years to be able to talk openly and without shame about my period and it’s symptoms. When I first started my period, I probably would have given anything for it to go away again and never come back. Now I wouldn’t want to miss it for the world!

So, what changed? For one thing, it was actually understanding my period. To understand it, I had to do some research. And along with that research came a sudden fascination with the topic. I found it super interesting to finally be able to understand and read myself in terms of what’s going on mentally and physically and how that fluctuates according to where I am in my menstrual cycle.

Finally, everything made sense: there was a clear pattern of recurring insomnia the days before my period, a peak in energy during ovulation and the dreaded PMS and mood swings shortly before menstruating.


Being more body literate completely changed my relationship with my body and helped me make the best of each day. I can finally work with my body, not against it, because I finally understand what I need.

Sharing from my treasure chest of period tips, I can also only highly recommend using a tracking app (I use Clue and LOVE it). The next thing I can recommend is a menstrual cup. I’ve been using one for 3 years now and it’s the reason getting my period turned from something that I dreaded into just another thing that happens in adult life. Gone is the frustration, the hatred I used to feel towards myself during menstruation. Period comes, menstrual cup goes in, period goes, another cycle is over.

Also, I stopped feeling guilty about cancelling plans if I feel super exhausted because I’m about to menstruate. Sometimes, the comfort of my bed, a hot water bottle and a good book is just much more fulfilling than having to be social - but it really depends on how you feel. And if your pre-period you needs to take it slow, then take it slow.

Take it slow for the sake of your emotional well-being, because your menstrual cycle not only has it’s physical effects, but also its psychological ones.


Most menstruating people (and especially most non-menstruating people) don’t know about the four phases of the menstrual cycle. We are so focused on the 5-7 days of actual bleeding, that we forget about the rest of the whole game. We’re in the menstrual cycle 24/7 - and each phase affects us differently. Sometimes we feel a spike of energy or an increased libido, during another phase we might feel really emotional and sad.

Also, we’re all completely different. Each body is individual. Some have extreme PMS and others don’t. Some suffer from extreme menstrual cramps, almost throwing up from the pain, others feel no period symptoms at all.

We’re all different and we all have our individual relationship towards menstruation and our experiences with it. What connects us all, though, is the fact we all menstruate- each month.

And we should all be able to talk normally, without any shame or fear about our periods. And in order to be able to do so, we need to accept our menstruating bodies before society and others can.

We have to start to accept that our moods and physical and psychological well-being fluctuate on a monthly basis. We have to accept that we don’t always have to be the bubbly, happy and sexy woman we’re expected to be. And that we definitely don’t have to be apologetic about not wanting to fit that idea.

Let’s start discussing our periods, our symptoms. Lack of period talk leads to people believing that throwing up from period cramps is normal. Or that having such a heavy period that requires having to change the menstrual product every hour is normal.

Many who actually suffer from their period because of conditions like endometriosis or extreme menorrhagia, are afraid to discuss their periods with their doctors. Or feel ashamed that their period is not as beautifully easy-peasy let’s-twirl-around-in-a-white dress-ish as portrayed in ads and movies, when actually they need medical attendance.

That’s why we have to start talking about real periods. Not only to normalize and demystify what happens to half of the world’s population once a month, but also to detect potential health issues. Did you know that your period is actually like a monthly health report? Now you do.

Most of the people who hang in there with me during one of my menstrual musings and those who are interested in finding out what actually goes on in a menstruating body and the effects of the menstrual cycle, have similar reactions: “That’s what your body goes through every month??? No wonder you feel like staying in sometimes, now I completely understand. I didn’t know that! ”

Before, me neither, and I suffered from the ignorance for much too long. I’m certain that I’m not the only one. It’s time to talk about real periods, to break the stigma surrounding them and stop keeping them discreet or represented by blue liquid.

A single biology class does not explain the menstrual cycle. It takes a lot more than that. So join me, be a champion of menstruation and start talking about it like it’s the most normal thing in the world.

 

 

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