Potential & Energie

December 5, 2017

Negativität ist kein One-Night- Stand

Den ganzen Tag lang werden von uns Nachrichten gelesen oder gehört. Auf Facebook ist in den Kommentarleisten die Hölle los und es wird einem auch schon mal die "Vergasung" gewünscht, wenn man eine andere Meinung vertritt.  Dein Aussehen ist Grund dafür, dass du als Zielscheibe verwendet werden darfst. Es muss gar nicht dein Aussehen sein, sondern auch dein Geschlecht, deine sexuelle Orientierung, deine Tätigkeit, eine Einstellung die du hast, oder einfach du. Irgendwie haben wir das Talent, alles was uns weh tut, anzuziehen. Wie durch Magie, oder telepathische Kräfte, die uns dabei helfen alles Negative in uns aufzunehmen und damit tagtäglich ins Bett zu gehen. Wir gehen aber nicht nur damit ins Bett. Wir wachen damit auf, gehen damit arbeiten, lassen einiges davon an unsere Kinder aus, auch unsere Beziehungen kriegen etwas davon ab und am Ende des Tages, gehen wir wieder damit schlafen. Diese negative Energie bleibt in unserem Kopf haften und irgendwann, greift sie unseren Körper massiv an. Schon seit Jahrhunderten sind Frauen Zielscheibe für so viele Dinge auf der Welt. Wir werden für Politik verwendet und aufeinander gehetzt. Wer sagt, dass sich ein Minirock mit einem Kopftuch nicht versteht? Beides sind bloß Kleidungsstücke, die am Ende des Tages vermutlich auch noch im selben Schrank hängen. Keiner der beiden verlangt vom anderen, dass er sich bitte mehr anpassen solle, oder eine Kleidungssprache lernen müsse, um in diesem Schrank hängen zu dürfen. Wir sind es, die mit einem Graul durchs Leben gehen, uns mit andere vergleichen und anhand von Situationen anderer ausrechnen, wem es wohl besser geht. Jahrelang habe ich diese negativen Kommentare, Unterstellungen und Behauptungen anderer in mich aufgenommen und in meiner Arbeit als Journalistin - nun ja- verarbeitet. Irgendwann hat mir das aber nicht gereicht. Vor allem als Mutter, reicht mir das ganz und gar nicht....

 

The Voice within

Irgendwann kam ich darauf, dass es nicht reicht, wenn man xenophobe, homophobe und menschenphobe Hetzer kritisiert. Ich möchte nicht noch eine negative Stimme mehr sein. Ich möchte auf keinen Menschen mit erhobenem Finger zeigen und ihm seine Fehler auflisten, denn das ist nicht meine Aufgabe. Ich möchte mir selbst solch eine Autorität nicht verschreiben, denn dies wäre ein Arroganzrezept der Superlative und das Allerschlimmste ist: ich wäre nicht anders als jene, die ich kritisiere. Was tue ich nun?
Jeder von uns hat eine bestimmte Kapazität an Energie. Je nachdem wie man diese verwendet, kann sie wachsen und blühen, oder schnell ausgehen. Meine ging früher sehr schnell aus, weil mich zB ein Kommentar auf FB schnell in Rage bringen konnte und ich Stunden meines Lebens damit verbrachte, online mit einer Person zu argumentieren, die eine andere Meinung vertritt. Energielos, angefressen und von bösen Geistern begleitet, geht man dann so ins Bett.

Nun ist es anders. Nun ist es gut. Weil ich gelernt habe, dass andere Meinung existieren, auch die, die uns in Schubläden und Ecken stecken. Sie sind da. Sie sind viele. Sie sind laut- vor allem auf Social Media. UND: Man muss echt nicht immer und überall auf alles antworten. Es ist weder ein Kampf, noch ist es ein Wettbewerb. Dann ist eben eine Person anderer Meinung. Und? Dann ist eben eine Person Politiker von Beruf und missbraucht diese Macht, um Menschen aufeinander zu hetzen. Und? Ich bin für meine eigene Energie zuständig und ich setze diese nicht mehr ein, um mich über andere aufzuregen. Solche Stimmen gibt es schon mehr als genug und meine soll keine davon sein. Ich will mich auf das Positive konzentrieren und das Menschsein mit anderen Menschen in aller Vielfalt genießen, die in der Lage sind, dies auch zu tun. Durch meine Arbeit mit Frauen aus aller Welt habe ich eine Sache gelernt: "Wer blind pauschalisiert, hat nix kapiert."

Diese Erkenntnis gilt für mich in JEDER Hinsicht. Ich lasse mich gerne von Menschen überraschen, mein Blog lebt vom Zusammenhalt der Menschen und wisst ihr was, ich schlafe nun viel besser.

Zahlen, Likes, Followers & Co.
Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, wollte ich unzählige Likes, etwas Taschengeld nebenbei verdienen und meinen Schreibentzug nach der Geburt meiner Tochter lindern. Und diesen Blog gibt es gar nicht so lange, er ist erst 17 Monate alt und auf FB sind wir erst seit März 2017. Natürlich ist mir die Reichweite wichtig. Das wird sie immer sein, denn wer bloggt, möchte auch Menschen erreichen.
Und das ist der kleine, aber feine Unterschied:
Ich habe ganz am Anfang in Zahlen gerechnet, bei jedem neuen Like einen Freudensprung gemacht und es brach mir das Herz, wenn ein Däumchen plötzlich weg war. Mein Gesicht klebte förmlich am Handybildschirm, sobald ich etwas gepostet hatte, denn ich konnte die Reaktion der Leser kaum erwarten. Heute ist es nicht mehr so. Ich habe meinen Journlaistenstatus früher nach "für welche Zeitung schreibe ich" und "welchen Journalistenpreis habe ich gewonnen" eingeteilt, aber heute nicht mehr.
Weil "ain´t nobody got time and energy for that!"
Heute sind mir Nachrichten wie "Danke für die Tränen", oder "Unsere Familie ist auch multikulti und wir lesen dich nach dem Abendessen, wenn alle zusammensitzen so gern", viel wichtiger. Die Frauen, die ich weltweit interviewen darf und mir ihre Geschichten anvertrauen, bringen mir durch ihre Erzählungen so viel bei. Es sind Dinge, die ich nicht in Zahlen verfassen kann, nicht einmal in Worte. Und es ist sehr wichtig, dass man sein eigenes Potential erkennt und positive Engerie hineinsteckt, damit beide - Potential UND positive Energie- miteinander wachsen. Immerhin, geht man damit ins Bett...
 

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