Der Texas Report- Howdy y´all !

December 7, 2017

Als ich Familie und Freunden erzählt habe, dass wir den Sommer über nach Texas fahren, habe ich folgende Frage gefühlte hundert Mal beantworten dürfen:"WIESO?" Wieso bitte fliegt jemand den Sommer über nach Texas, ist ja nicht gerade ein Ferienziel. Nun ja, das stimmt. Aber mein Mann hatte dort beruflich zu tun und Laila(unsere Tochter) und ich, begleiten ihn da mehr als gerne. Sein Arbeitsort war in den Woodlands. Das ist ein Riesendorf, also auf gut Deutsch ein "Kaff". Aber lasst uns mit dem Flughafen anfangen:
Ich bin sichtbare Muslima. Sprich: Ich trage ein Kopftuch. Viele Muslime warnten mich vor Texas:"Die werden dich voll org durchsuchen, pass auf..." etc. Nada. Dort angekommen war eine Dame vom Sichterheitsdienst selber Kopftuchträgerin, schrie "SALAM" sobald sie mich sah und durchsuchte mich. Texas ist ja das Trump-Land, angeblich super konservativ und gegen Ausländer. Ich habe den ganzen Aufenthalt nichts davon gespürt. Es ist ein familienfreundlicher, multikultureller und schöner Ort. Was haben wir dort also getan? Ich habe mich online über Aktivitäten für Kinder erkundigt und wurde schnell fündig. In den Woodlands waren Laila und ich vom " Woodlands Children´s Museum" sehr begeistert. In diesem Kindermuseum gibt es unzähliche Stationen, jede einzelne soll den Kindern etwas anderes beibringen. Es gibt eine Feuerwehrstation, einen kleinen Supermarkt, einen Physik-Standort, einen Angelplatz, eine kleine Krabbelstube, eine Bühne mit vielen Kostümen und eine Zeichenstation. Wir waren fast jeden Vormittag dort, weil Laila schockverliebt war. Und was echt toll ist: Die Gemüsenamen stehen dort auf drei Sprachen: Englisch, Chinesisch und Deutsch.

 

   

 

Und was uns noch an Woodlands fasziniert hat, ist "The Lake Woodlands". Kurz vor Sonnenuntergang haben wir dort gepicknickt und der Sonne "Bye Bye" gewunken. Laila hat dort das Wort "Fucks", also eigentlich "Ducks" gelernt. Es ist ein sehr ruhiger Ort, also eher weg vom Alltagsrummel und ohne Auto nicht erreichbar. Wir waren meistens mit Uber unterwegs.

 

 

Wir haben auch ein Wochenende in Houston verbracht. Wir haben den Zoo, das Aquarium und das Children´s Museum dort besucht.

 

So viel zum Zoo: Es ist nicht nur ein riesiger Zoo, die haben auch noch ein Badebereich für Kinder, einen Kinderwagenverleih und einen Lego-Tiergarten. Ja, richtig gelesen: Tiere aus Legosteinen. Außerdem gibt es noch einen Streichelzoo für Kinder, wo ihnen beigebracht wird, wie der richtige Umgang mit Tieren zu sein hat.

Das Aquarium hat Laila nicht sehr begeistert, uns Erwachsene aber schon. Für uns war es schon das zweite Mal, dass wir diesen zauberhaften Ort besucht hatten. Man darf die Stingrays streicheln und füttern, er ist mehrere Stockwerke hoch, aber nicht vergleichbar mit dem Haus des Meeres in Wien. Die eigentliche Attraktion ist auch hier eine Wasserstation vor dem Gebäude und das hat unserer Laila die Augen glänzen lassen.

 

 

Last but not least: Das Kindermuseum in Houston. Dieses Museum ist super praktisch für Eltern, die mehrere Kinder haben. Pro Stockwerk, eine andere Altergruppe. Ganz unten sind Stationen für Kinder ab 10 Jahre gebaut, super kreativ und man darf alles ausprobieren. Sie haben bis ins kleinste Detail an alles gedacht und ein Stockwerk höher, sind Stationen für die etwas kleineren, also vielleicht so um die 5 Jahre und das letzte Stockwerk ist für Krabbler, bis drei Jahre. Auf allen Stationen können sich die Kinder austoben, ausprobieren, malen, es gibt nachgebaute Geschäfte, Banken, Labore, einfach alles. Die Kantine ist aber solala, wir haben dort nur die berühmten Corndogs probiert. So ein richtiges Mittagessen haben dir dort nicht, eher nur Jausen.

Was wir dort natürlich gegessen haben, ist Steak. Ganz viel Steak. Jedenfalls mein Mann, denn ich hatte dort ein 9-tägiges Experiment und habe völlig auf Fleisch verzichtet.
Folgende Restaurants haben uns sehr gut gefallen:
 

TexMexFood: Pappasito´s
Fish: Pappadeux

Steak: Saltgrass
Italienisch: Macroni Grill
Frühstück: Another broken Egg

 

 Diese Bilder sind von "Another broken Egg"

 

Ich muss zugeben, ich war von der Gastfreundschaft so sehr begeistert, dass mein Mann und ich sogar überlegt haben, dort hinzuziehen. Wir waren ein bisserl etwas über einen Monat dort, haben Freunde gefunden(weil wir ja letztens Jahr auch beruflich dort waren) und diese multikulturelle Offenheit hat mich sehr berührt. Auf der Straße sah man Frauen in Saris, Kopftüchern, Miniröcke und hörte so viele unterschiedliche Sprachen auf einmal, es war wie ein gemeinsamer Gesang der Kulturen. Ich liebte diese Idee der Inklusion als Gesellschaft und was mich noch fasziniert hat, war diese endlose Familienfreundlichkeit.

 

Diese zwei Schildchen fand ich an einem Frauen W.C. hängen und das nicht nur auf Englisch, sonderan auch noch auf Spanisch. Ich fand das so aufmerksam und süß, dass ein Restaurant so etwas aufhängt und das auch noch auf mehreren Sprachen. Ich war mit Laila unter der Woche alleine unterwegs, weil Mann Mann ja beruflich dort war und hatte niemals Probleme, sondern eher im Gegenteil: Menschen waren daran interessiert zu wissen, was eine ägyptische Österreicherin bitteschön in Texas tut und warum mein Kind drei Sprachen versteht. Ich kannte Texas vor zwei Jahren nur aus den Medien und hatte ein komplett falsches Bild. Nun weiß ich es besser.
 

 

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