Ich bin Eine und Alle gleichzeitig

January 7, 2018

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

 

Hallo meine Lieben, mein Name ist Julia, ich bin Mutter von einem 4-jährigen Mädchen und 4 Monate alten Zwillingen. Mein Mann und Vater meiner Kinder ist aus Gambia, West Afrika und dunkelhäutig.

Wir und unsere Kinder, vor allem die Größere, mussten schon einige Anfeindungen miterleben. Sehr viele Individuen meinen uns ihre eigenen Gedanken zu uns und unserem Sein kundtun zu müssen und stecken uns dabei in zig Schubladen.

Und das erinnert mich daran, dass ich seit meiner Kindheit (und ich bin mir fast sicher, es geht jeder/m so) zig Definitionen von Anderen über mich erfahren habe. Ich bin die aus der Stadt, dann wieder die vom Land, war schon zu dick, zu dünn, auf jeden Fall bin ich immer zu käseweiß, ich soll ins Solarium.

Ich bin Tomboy, Schlampe und Nonne gleichzeitig. Ich war zu wild, zu brav, zu verrückt, zu naiv und gleichzeitig mit allen Wassern gewaschen, bin die Schlimmste und gleichzeitig die Beste. Ganz schön verwirrend, wenn man das zulässt, man fühlt sich wie im Flipperautomat und entwickelt Unsicherheiten.

 

Ich bin Eine und Alle gleichzeitig.

 

Es hat sehr lange gedauert bis ich mich akzeptiert habe und ich lerne noch immer dazu. Lerne mich wiederkennen. Und am allermeisten lerne ich von meinen Kindern, denn dadurch, dass ich sie beobachte, erinnere ich mich wieder an unser eigentliches Sein. An unsere Essenz. Und vor allem denke ich jetzt auch immer daran, dass ALLE einmal Babys waren. Unbeschriebene Blätter sozusagen.

 

Wenn ich zum Beispiel mit den teilweise überfüllten, mit schlechten Vibes geladenen Öffis unterwegs bin, schaue ich durch die Runde und stelle mir die Menschen als Babys vor, und die Vorurteile fallen ab. Dann ist es für mich generell meist einfacher, das Leid, dass durch Menschen verursacht wird, zu ertragen. Ich denke mir, alle haben sich mit so vielen Schubladen, Kategorien, Definitionen, Labels und Masken rumzuschlagen, und sich dessen erst einmal bewusst zu werden, dass es oft gar keinen Sinn für mich macht über sie zu urteilen. Ein Mensch besteht von Geburtssamen an aus so vielen Bauteilen, dass ist oft nachdem man sich Jahre lang kennt noch immer nicht komplett greifbar.

 

Ich denke, wenn wir uns Alle mehr Zeit und Raum geben würden uns selbst kennen zu lernen, mit dem Recht Fehler zu machen und sich weiter zu entwickeln, sich ändern zu dürfen, und uns mehr damit beschäftigen wer und wie wir sind, als damit wer und wie „die Anderen“ sind, mehr miteinander statt über einander zu reden, die Gemeinsamkeiten statt die Unterschiede zu sehen, dann können wir den Teufelskreis von Neid, Gier, Eifersucht und Missgunst durchbrechen.
 

 

 

Fotocredit: Asma AIAD


ENGLISH VERSION
Hello my dear people, my name is Julia and I am a mother of a for year old girl and 4 months old twins. My husband and father of my children is from Gambia, West Africa and has dark skin.We and our children, mainly the big one, have experienced already loads of negativity and hateful confrontations. A lot of individuals think its ok to force their opinions about us and our being on us, and put us into several drawers. And this reminds, that since my childhood (and I am sure everybody experienced it) I have received from others many definitions about myself. I am the one from the city, but also the famers girl, I was too heavy, too skinny, most definitely always too white as a sheet, I shall go to the tanning booth.I am a tomboy, a bitch and a nun at the same time. I was too wild, too good, too crazy, too naive, but at the same time knowing all the tricks in the book, I am the worst and the best.This can be quite confusing, and one feels like in a pinball machine and starts to develop insecurities. I am One and All at the same time. It took quite a while until I have learned to accept myself and I am still learning. Learning to get to know my true self again. And mostly I am learning from my children, then through watching them I can remember our actual being, our essence.And because of this I started to think about it, that EVERYBODY was a baby. Unwritten pages so to speak. For example, now when I am going with the full of negative vibes overloaded public transport, I look around and imagine all the people as babies, and the prejudgements fall off. Then it is mostly more easier for me to take all the crap which is caused by humans.I think about that everybody has so many drawers, categories, definitions, labels and masks to face, and firstly even to recognize it, that it doesn’t make sense to me to judge. A human is made up from seed on with so many components, that even if you know each other for many years, still you will not be able to completely understand each other. I think if we ALL will give each other more time and space to get to know ourselves, with the right to make mistakes, the right to develop, the right to change, and focus and occupy ourselves more with who and how we are and want to be, instead of who and how “the others” are, to talk more with each other instead about each other, watch out for the similarities instead the differences, then I think we can break through the devil’s circle of envy, greed, jealousy and distrust.

 

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