Gedankenkreisel

January 19, 2018

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

 

Lustig. Herzlich. Bunt. Selbstbewusst. Mutig. Stark. Offen. Energiegeladen. Stur. Verrückt. Streberin. Schnell beleidigt. Nervig. Redet zu viel. Fag-Hag. Dramaqueen.

Wie schnell bilden uns über jemand anderen eine Meinung und stecken sofort in Schubladen. Du denkst, ich hab immer Spaß, unternehm viel, steh gerne im Mittelpunkt, feiere nächtelang, genieße die Aufmerksamkeit anderer und genieße das Leben in all seinen Zügen? Ich geb dir recht, meine Fotos in den sozialen Medien lassen das erahnen. Aber seien wir uns mal ehrlich: Party-Pics und Selfies mit strahlendem Lächeln kommen einfach besser an als Fotos mit verheulten Augen, zerbissenen Fingernägeln und Texte voller Zweifel, Schuldgefühlen und Selbsthass, nicht wahr?

Das Innere eines Menschen kann ganz anders sein, als Äußerlichkeiten vermuten lassen. Ich wirke so, als könne mir nichts und niemand etwas anhaben? Du schmeichelst mir! Und doch ist die Stärke, die ich gerne zeige nur eine meiner Facetten. Wann immer mir die Welt weh tut, versuche ich so weiter zu machen, als wär nichts passiert. Als ob mein Herz unzerbrechlich wäre und es mir super-gut geht. Oft denke ich, ich bin einfach eine grandiose Schauspielerin. Eine sehr talentierte die genug Energie hat, um allen vorzutäuschen, dass sie selbstbewusst ist und genau weiß was sie will. Aber zuhause, ohne Maske und Kostüm, ist sie verletzlich. Lässt sich von Gedankenkreiseln den Schlaf rauben.

In Gesellschaft anderer bin ich die Quirlige, die Lustige. Motivierend, sprudelnd und unterhaltsam. Wenn andere in der Nähe sind, ist es viel einfacher, die eigenen Zweifel für einen Moment zur Seite zu legen. Und doch sind Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle und die Sorge, ständig falsche Entscheidungen zu treffen seit einiger Zeit meine Begleiter, die mein Buntes manchmal ganz schön grau machen. Ich grüble, ich mag mich nicht, ich bin rastlos, ich spür mich nicht und fühl ganz tief drinnen eine ständige Angst, andere zu enttäuschen. So glänzend und laut ich gern im Mittelpunkt steh, so leise und matt sitz ich oft daheim und fühl mich leer und einsam. Die Gedanken um Mitternacht, wie anstrengend sind sie! Ich hasse es, wenn ich in meinem eigenen Kopf steckenbleibe, denn es ist ein Ort, an dem ich überzeugt bin wertlos zu sein. Die Ängste, sie legen sich zu mir ins Bett und geben mir das Gefühl klein und schwach zu sein. Es fällt mir schwer, das Liebenswerte und Herzliche, das andere in mir sehen, selbst zu erkennen wenn ich in den Spiegel schau. Denn die strenge, perfektionistische innere Kritikerin kann so unglaublich laut und lästig sein. „Du bist eine Fälschung“, wispert sie und grinst. Diese Zweifel, diese Unsicherheiten, sie sind anstrengend und Kräfte zehrend. Denn die innere Kritikerin, diese harte Seite, sie braucht viel mehr Aufmerksamkeit, als sie eigentlich verdient hätte!

Das habe ich bereits erkannt, denn ich hatte das Glück, zum richtigen Moment die richtigen Menschen um mich zu haben, die mir Mut gemacht haben, Hilfe anzunehmen statt immer zu nur selbst hilfsbereit und verständnisvoll zu sein. Mut, den es braucht um zu erkennen, dass man sich nicht dafür schämen muss. Die Depression, sie ist eine laute Stimme, sie ist eine Stimme, die schwer zu erklären ist, da sie sich so gut im eigenen Kopf versteckt. Aber sie ist eine Stimme, die lügt! Das spüre ich, wenn meine Schwester (mein großes Vorbild, mein Engel, meine Familie, mein Ein und Alles!) mir sagt, wie sehr sie mich bewundert und liebt und immer zu mir stehen wird, komme was wolle. Ich spüre die Verlogenheit der inneren Stimme, wenn mir andere versichern, wie sehr sie mich in all meinen Facetten und Launen schätzen...

 

Wieso ich dir das erzähle? Weil du dich vielleicht in diesen Worten wiedererkennst. Und um dir zu zeigen, dass du nicht allein bist. #EinefürAlle

 

 

Fotocredit: Asma AIAD


 

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