#metoo

February 8, 2018

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

 

 

Lange habe ich überlegt, was genau ich schreiben soll. Es gäbe viele Geschichten zu erzählen. Geschichten aus meiner Jugend. Vom Leben einer Halbasiatin am Land. Von einem Kind, das nicht verstanden hat warum es gemobbt wird. Von einer Jugendlichen, die mit allen Mitteln dazugehören wollte und es doch nie geschafft hat. Aber das macht nichts!

Inzwischen erzähle ich Leuten, die mich nach meinen thailändischen Wurzeln fragen, dass mein Vater meine Mutter im Katalog bestellt hätte. Das ist meistens einen Schmunzler wert.

Heute geht es aber um eine andere Geschichte, ein Thema, das gerade aktueller ist denn je und wohl hauptsächlich etwas mit dem Attribut „Frau sein“ zu tun hat.

 

Ich arbeite in der Medienbranche als freie Journalistin und habe damals versucht in Wien Fuß zu fassen, als ich zu einem kleinen Unternehmen kam. Mein Chef, ein Mann Anfang 60, Anzugträger, silbernes Haar, gepflegtes Auftreten, war auf der Suche nach seiner „rechten Hand“. Er erzählte mir von seinen Plänen das Unternehmen groß rauszubringen, endlich durchzustarten, wenn er nur das richtige Team gefunden hätte und schwärmte von Pressereisen auf denen wir es uns gut gehen lassen würden. Zugegeben ich war damals noch grün hinter den Ohren, denn all das klingt schon sehr verdächtig. Doch ich bin geblieben, immerhin könnte es sein, dass ich mir gerade die Chance meines Lebens entgehen lasse.

Es endete 3 Wochen später mit einem zu feuchten Kuss auf den Mund in seinem Büro. Ein Kuss um den ich zwar nicht gebeten hatte, aber es war ja nur ein Kuss. Halb so wild, oder?  Das Schlimme daran? Ich fühle mich bis heute ein wenig, als hätte ich mich prostituiert. Warum ich das über mich ergehen habe lassen? Warum ich nicht vorher gegangen bin, wenn ich doch die Anzeichen von Anfang an gesehen habe?

 

Eine kurze Analyse: Zuerst wollte er, dass ich alle meine anderen Auftraggeber aufgebe und Vollzeit für ihn arbeite. Immer mit dem Argument bei einem Projekt mitzuarbeiten, das bald groß rauskommt. Mein Chef hat auch nie gesagt „schlaf mit mir“, oder „küss mich“, dementsprechend war es auch schwierig nein zu sagen, denn „nein“ zu was? Die Annäherungen waren viel subtiler. Er tat so als würde er an meinem Willen zweifeln, als würde ich nicht 100% dahinterstehen, als wüsste ich nicht, was ich will. Dabei wusste ich bloß nicht, was er will. Als ich dann begriff, dass seine Vorstellungen einer „rechten Hand“ Meilen weit von meinen entfernt waren, war ich bereits in einer Situation der Abhängigkeit gefangen. Immerhin hatte ich alle meine anderen Aufträge abgegeben und wusste inzwischen auch, dass er dazu neigt einfach nicht zu zahlen. Was also tun, um am Ende des Monats noch meine Miete zu bezahlen? Nein, ich habe ihm keine Avancen gemacht, ich habe ihm aber auch nicht gesagt, was für ein widerliches Schwein er ist, bis heute nicht. Ich habe versucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen, nur so lange bis ich mein Geld habe. Ich habe mich dumm gestellt, so dass er mich, um mir endlich ohne Worte (weil die könnte ich gut gegen ihn verwenden) zu zeigen, worauf er hinaus will, ohne Vorwarnung auf den Mund geküsst hat. Mein Geld habe ich während dieses letzten Gesprächs bekommen. Am nächstenTag bin ich nicht mehr hingegangen. Die Ironie dabei? Ich treffe ihn immer noch regelmäßig bei Veranstaltungen auf denen ich arbeite. Ein Jahr lang habe ich ihn ignoriert. Immer wieder hat er versucht „Frieden“ mit mir zu schließen, bis ich ihm schlussendlich tatsächlich die Hand gereicht habe. Jetzt mache ich wieder gute Miene zum bösen Spiel, sehe andere junge Frauen, die ein paar Monate für ihn arbeiten und dann wieder aufhören, ein paar Mal habe ich versucht sie zu warnen, aber ich schätze jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen.

 

Was ich euch sagen will? Hört auf euer Bauchgefühl! Kein Job der Welt ist es Wert sich sexuell belästigen zu lassen! Lasst euch nicht von großen Versprechungen locken und macht nicht jeden Scheiß, weil es eurer Karriere zuträglich sein könnte, denn es gibt auch andere Wege und andere Arbeitgeber.  Seit dem Weinstein-Skandal ist viel passiert. Woody Allen warnte vor einer Hexenjagd auf Männer. Das Stimmungsbild hat sich geändert. Männer fühlen sich attackiert und fragen sich wo denn nun die Grenze zwischen einem Flirt und sexueller Belästigung liegt. Aber ganz ehrlich? So schwer ist diese Grenze nun auch nicht zu ziehen! Und ja, es gibt sie, Männer die es verdient haben an den Pranger gestellt zu werden! Scheiß auf die falsche Höflichkeit, lernt „NEIN“ zu sagen!

 

Fotocredit: Asma AIAD

 

 




 

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