Frau, Mutter, Tochter

February 16, 2018

 

Das Projekt #EinefürAlle soll zeigen, dass Frauen gemeinsam viel erreichen können. Internes Womenbashing steigt und diese Arbeit ist die klare Antwort darauf:
*I see all my Sisters together and i see them united*

Zusammenhalt statt Riesenspalt! Ja, wir sind unterschiedlich, aber ist das nicht ein Grund, um erst recht Hand in Hand durch diese Welt zu gehen und zu zeigen, dass unsere Weiblichkeit Gemeinsamkeit genug ist, damit jede von uns für alle anderen steht?
(Vorschauvideo: #EineFürAlle)

 

Ein Mädchen in dieser Welt aufzuziehen ist keine leichte Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn frau feministische, selbstbestimmte Werte kombiniert mit einem Dankbarkeitsgefühl für die eigene Weiblichkeit weitergeben will.

Ich fühle mich durch diese Herausforderung zurückgeworfen auf meine eigenen Konflikte mit meinem Frausein:

 

Ich liebe es eine Frau zu sein, ich liebe meinen weiblichen Körper. Ich liebe meinen Platz in der Welt als Frau. Ich liebe meine weibliche Kraft: das Verbindende, das Weitende, das Mystische, das Verführerische und auch das Zerbrechliche. Ich liebe es eine Frau zu sein ... und dann auch wieder nicht.

 

Manchmal fühle ich mich in eine Rolle gedrängt, verzerrt wahrgenommen und nicht verstanden. Mein weiblicher Körper wird gesellschaftlich missbraucht, um Werte zu propagieren. Die Werbeindustrie und die Wirtschaft benützen meinen Körper, um Produkte zu verkaufen. Mein Körper wird im Auge anderer zu Fleisch, er wird bewertet und ausgeschlachtet. Mein Körper, der Sitz meiner Selbst. Mein Tempel. Mein Baby. Das tut weh.

Auch mein weibliches Wesen hat es in dieser Welt nicht  immer leicht. Meine persönliche Vielschichtigkeit und Komplexität scheint manche Männer( aber auch manche Frauen) vor allem die, die glauben alles müsse immer eindeutig und schwarz oder weiß sein, zu überfordern. Manche reagieren mit Entwertung, Beschämung und reduzieren mich auf einzelne Aspekte, die mich keinesfalls ausmachen.

Mich persönlich stört das mittlerweile weniger( was nicht bedeutet, dass es nicht auch trotzdem weh tut ungerecht behandelt zu werden), ich habe im Laufe meines Lebens gelernt damit umzugehen, schließlich sagt das Verhalten mehr über die andere Person aus, als über mich. Aber was gebe ich meiner Tochter weiter? Will ich ihr nahelegen sich anzupassen und unter dem Radar zu bleiben, damit sie sich viele Schmerzen und Narben erspart? Ist es das wert?

Nein.

Soviel ist klar.

Auch hier ist meine persönliche Antwort außerhalb des Repertoires, das Schwarz oder Weiß Denken anbietet: Es gibt nicht nur kämpfen oder sich klein machen. Es gibt noch etwas dazwischen - meinen Weg. Ich bin wer ich bin, zuerst eine eigenständige, vielschichtige Frau, dann eine Mutter und dann Partnerin. Ich bin frei und wo ich es nicht bin, arbeite ich daran meinen Spielraum zu erweitern. Ich kämpfe nicht, ich gehe meinen Weg mit Liebe und Vertrauen- ins Leben, in mich und in meine Schwestern, die diesen Weg mit mir gehen - jede auf ihre einzigartige Art in ihrer Lebenswelt.

 

Und an diesem Punkt schließt sich für mich der Kreis und ich komme zu meiner Eingangsfrage zurück: Welche Werte möchte ich meiner Tochter für ihr Frausein mitgeben? Es gibt viele unterschiedliche  Möglichkeiten Frau zu sein in dieser Welt und meine Tochter hat, genau wie jede andere Frau auf dieser Erde, das grundgelegte Recht ihre eigene Art Frau zu sein für sich zu entdecken und zu leben.

Fotocredit: Asma AIAD

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