Nachhaltigkeit für Dummies


Die Sache mit der Nachhaltigkeit
Wenn das Wort "Nachhaltigkeit" auftaucht, dann gibt es mehrere Sorten Menschen:
Die Einen, die es ausleben und die anderen, die dabei die Augen verdrehen. Dann gibt es aber noch die große Masse, die viel darüber liest, endlich damit anfangen möchte, aber keine Ahnung hat, wie und wo sie anfangen soll. Um euch "Babysteps" in die richtige Richtung zu geben, habe ich meine Blogger-Kollegin und Nachhaltigkeits-Fee Birgit Ott interviewt.

Birgit ist die Bloggerin hinter dem Familienblog "Fräulein im Glück". Sie schreibt über entspanntes Familienleben, Achtsamkeit und Minimalismus. Außerdem gehört ihr Blog zu den meistgelesenen in ganz Österreich.

 

Fotocredit: suchtdasglück

 

 

1) Wenn Menschen über Nachhaltigkeit lesen, kommt einem immer im Sinn, dass es doch schwer sein muss. Bei dir sieht es jedoch einfach aus und das, obwohl du Kinder hast und ich mir vorstellen kann, dass dies die Sache erschwert. Wie machst du das?
"Also ich bin nicht perfekt. Im Gegenteil. Ich will mir das Leben mit Kindern auch nicht zusätzlich erschweren, aber ich versuche eben, wo es unkompliziert geht, mein Leben nachhaltiger zu gestalten und wenn das heißt, dass ich mir jede Menge Plastiksackerl erspare, indem ich mir immer ein Stoffsackerl einpacke. Das macht nicht viel Arbeit und kann doch einiges an Müll vermeiden."

2) Wie hat die Nachhaltigkeit bei dir angefangen und in welchen Lebensbereichen findet sich sich bei dir wieder?
"Puh, das ist eine sehr gute Frage. Ich kann’s nicht genau sagen. Was ich weiß, ich beschäftige mich schon sehr lange, ja über 10 Jahre und mehr mit Achtsamkeit. Und Achtsamkeit bedeutet nunmal auch nicht nur auf sich zu schauen, sondern auf das was um einen herum passiert, weil man es selbst bewirkt. Alles hängt zusammen. Wenn ich hier beim Billigdiskonter Kleidung kaufe, dann muss es am anderen Ende der Welt wer büßen. Und dann ist man sofort beim Thema Nachhaltigkeit."

3) Womit ersetzt du Plastikmüllsäcke, Plastikspielsachen und andere Kindersachen?
"Also wir haben überhaupt keine Plastikmüllsäcke. Ich muss den Müll mitsamt Kübel runtertragen und dann halt auch wieder rauf und hie und da den Mistkübel auswaschen (das macht dann der Mann :-D) Plastikspielsachen haben wir genug. Ich versuche halt zu schauen, dass die Kids echt nur etwas zu Anlässen bekommen und dann gebraucht oder wirklich etwas, das wir weiterverkaufen können, so wird zumindest das Leben verlängert. Ich versuche auch Gratisspielzeug so gut es geht zu vermeiden, also z.B. so „Geschenkchen", die man irgendwo dazu bekommt, die sind ja nach einem Tag gleich kaputt. Tausende Kilometer aus China angekarrt und gleich zerstört, das ist schon gar nicht nachhaltig."

4)Würdest du sagen, dass Nachhaltigkeit auch mit Minimalismus zu tun hat?
"Ich denke es ist die reine Form der Nachhaltigkeit, denn was ich nicht kaufe, kann auch niemanden ausbeuten oder die Umwelt kaputt machen."

5) Was macht die Gesellschaft falsch? Einerseits ist im Moment Nachhaltigkeit hochgepriesen, andererseits gehören wir definitiv zu den Konsumgesellschaften.
"Aus meiner Sicht, dass wir die falschen Prioritäten setzen, dass wir so tun, als wären wir alleine auf der Welt und dass wir zu sehr nach außen orientiert sind. Wir glauben uns geht es besser, wenn wir mehr Dinge beisitzen und noch bequemer werden. Aber ich persönlich glaube, dass das Gegenteil stimmt."

6)Könntest du so 5 Anfängertipps für Leser geben, die nachhaltiger leben wollen?
"Ich glaube am Anfang steht tatsächlich ein ganz großer Schritt, nämlich seine Einstellung zu ändern: Weniger ist mehr.
Und das ist auch schon der ultimative Tipp. Wer weniger kauft, schadet weniger der Umwelt und spart auch noch Geld. Ich finde Ausmisten nach Marie Kondo ist ein guter Anfang. Da sieht man gleich mal wie viel unnötiges Zeug man gekauft und angehäuft hat.

Und dann natürlich darauf schauen, was man kauft. Regional, Saisonal, kleine Betriebe unterstützen. Fair kaufen, Bio kaufen. Da muss man halt leider auch aufpassen, vieles ist wieder nur eine Art Marketinggag.

Außerdem gibt es jede Menge kleiner Dinge, die man tun kann: Leitungswasser trinken, Stoffsackerl mitnehmen, mit den Öffis oder dem Rad zur Arbeit fahren, im Bad z.B. lässt es sich besonders leicht Plastik einsparen (https://suchtdasglueck.at/weniger-plastik-tipps/)"



7)Hier ist der Link zu deiner "Wir misten aus Challenge", aber könntest du vielleicht kurz und knackig erzählen, was du nach dieser Challenge empfunden hast?
"Ich denke Ausmisten befreit sehr. Du kannst wieder Atmen. Und ein bisschen loslassen üben, schadet ja auch nicht. Schließlich ist nichts für die Ewigkeit."


8 ) wenn ich nun vegetarisch bin, mein Mann und meine Tochter aber nicht. Gelte ich als nicht nachhaltig, weil ja ich ja Fleisch für meine Familie koche? Und wenn mein Kind auf der Straße ein Eis will und ein Eskimo bekommt, bin ich dann nicht nachhaltig? Es passieren im Leben so "Einkaufsfehler" aus Gewohnheit, macht mich das zur Lügnerin?!
"Also meine Kinder essen auch Eskimoeis und Fleisch, ich esse auch Fleisch. Ich versuche es eben zu reduzieren so gut es geht. Ich habe meine persönliche Regel, leben wie zu Großmutters Zeiten. Die üppigen Sachen eher am Wochenende und als Ausnahme. Das Problem ist ja die Menge und dass wir auch so viel wegschmeißen und vieles gar nicht mehr wertschätzen."

9) Wie lange würdest du sagen, dass du nachhaltig lebst?
"Ich denke es kommt so in Wellen. Ich versuche es sicher 10 Jahre + mal klappt es besser, mal schlechter. So wie bei allem im Leben."

10) Was würdest du dir in puncto Nachhaltigkeit von deinen Mitmenschen wünschen?
"Vielleicht das jeder nur ein kleines Bisschen macht. Das würde schon ganz viel bewirken."



Fotocredit: wix.de

*Titelbild

 

 



 

 

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