Von guten Scheidungen und schlechten Ehen

August 31, 2018

Note: #MAMASTE ist durch Zufall enstanden. In den letzten 10 Jahren habe ich Frauen/ Mütter auf der ganzen Welt zu unterschiedlichsten Themen interviewt und dabei sind einige interessante Geschichten entstanden. Bis dato hatte ich noch nicht die Gelegenheit diese überaus einzigartigen Erzählungen auf eine passende Plattform zu posten. Da ich nun eine eigene Mama-Seite habe (endlich) , wurde aus dem Wort #Namaste für mich #Mamaste. Die Leben dieser besonderen Frauen, die mir höchstprivate Dinge (mit dem Wissen ich würde sie irgendwann veröffentlichen) anvertraut haben, finden nun hier ihren verdienten Ehrenplatz.In diesem Sinne: #Mamaste

 

 

Ich denke nicht, dass eine Scheidung automatisch das Scheitern einer Ehe bedeutet. Ich weiß, wir werden so sozialisiert, dass eine Trennung zweier Menschen gleich heißen muss, dass deren Beziehung ein "Fehler" war, aber das war die Ehe mit meinem Partner- ich nenne ihn immer noch so- nicht. Und wissen Sie warum ich ihn noch immer so nenne? Weil er ein Freund ist, ein Seelenverwandter und tatsächlich ein Partner, auf so vielen anderen Ebenen.

Wir hatten eine tolle Ehe, die über zwanzig Jahre dauerte, wir haben ein tolles Kind gemeinsam und als die Liebe sich ausgeliebt hatte, aber der Respekt und das Vertrauen noch da waren, entschieden wir uns für eine ruhige und friedvolle Scheidung. Sicher, wir hätten weitermachen können, für den guten Ruf und das heile Familienbild, aber uns beiden, hätte das gar nichts gebracht. Und jetzt frage ich Sie, um wen geht es denn in dieser Ehe, wenn nicht um uns?!

 

Ich denke- oder besser gesagt- ich habe gelernt, dass es kaputte Ehen gibt, wo tatsächlich der Tod die Menschen voneinander scheidet und dann gibt es Ehen, wo die Menschen sich zwar für eine Trennung entscheiden, aber im Endeffekt mehr miteinander teilen, als jene Paare, die im selben Bett schlafen, aber jeder in seiner eigenen Welt lebt. Fassaden sind sichere Mäntel. Sie sehen edel aus, schützen vor Fragen und Spekulation, aber der Inhalt kann trotzdem etwas sein, das man unter einem edlen Mantel nicht erwartet- so ist es auch mit Ehen, denn keiner weiß, was hinter verschlossenen Türen wirklich passiert.

 

Mein Partner und ich haben am Tag der Scheidung zu dritt mit unserer Tochter zu Abend gegessen, als Familie und er wohnt nur zwei Straßen weiter. Wir essen JEDEN TAG zu Abend gemeinsam, zu dritt, als Familie. Was auch immer passieren wird, das ist was wir sind: Eine Familie. Ich kenne Familien, die gemeinsam leben und nicht miteinander essen, oder wo Mann und Frau nicht einmal richtig miteinander reden. Sie denken sich dann "Na für die Kinder bleiben wir zusammen." Aber Kinder werden erwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Was dann? Wenn ich eines Tages im Sterbebett liege, ist es mir nicht so wichtig, ob ich dann einen Liebespartner an meiner Seite habe, aber mir wäre wichtig, sollte der Vater meiner Tochter noch leben, dass er das letzte Gesicht ist, das ich sehe, bevor ich gehe. Er, der meine erste große Liebe war und mir eine größere Liebe - meine Tochter- schenkte. Er, der mich eine lange Zeit im Leben begleitet hat und mich wachsen sah, mein Freund, mein Begleiter, mein Partner, den ich immer auf eine gewisse Art und Weise lieben werde, die wahrscheinlich nicht viele verstehen können, die aber aber echt ist. Und ich weiß genau, dass auch er mich in seinen letzten Momenten dabei haben möchte.

 

Halten Sie mich jetzt für verrückt? Na gut, ich werde versuchen, Ihnen zu erklären, was ich meine:
Wenn Sie Ihren Partner küssen und dabei die Schmetterlinge in Ihrem Bauch nicht um die Wette flattern- ja, auch nach 20 Jahren- dann fehlt etwas.
Wenn Sie an Ihrem Partner denken und dabei nicht wie ein Idiot grundlos lächeln, dann fehlt etwas.
Wenn Sie über ihn reden und Ihre Augen dabei nicht glänzen, dann fehlt etwas.
Wenn Sie nachts in seinen Armen liegen, aber nicht unendlich dankbar sind, sondern in Gedanken alleine dort liegen, dann fehlt etwas.
Und wenn er dasselbe empfindet- dann fehlt alles.

 

Wir haben versucht das Feuer zu entfachen, aber man kann nichts erwzingen, das nicht mehr da ist. Muss man dann in Streit und Erniedrigung auseinander gehen? Nein. Wir gingen in Freundschaft und Erinnerung an einer tiefen Liebe. Vielleicht war sie nicht tief genug, aber sie war da und was von ihr ürbig geblieben ist, ist super Freundschaftsmaterial.

 

 

Fotocredit: wix.com

 

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