"Durch Bewusstsein zur Selbstliebe"

 

 

 

1) Ein paar Zeilen über dich, damit die Leser wissen, wer du bist.

Ich bin in einem kleinen Ort an der Nordsee mit zwei alkoholkranken Elternteilen aufgewachsen. 

 

2) In deinem Buch „Durch Bewusstsein zur Selbstliebe“ verarbeitest du die Tatsache, dass deine Eltern Alkoholiker waren. Wie bekommt man das als Kind überhaupt mit? In welchem Alter und bei welchem Erlebnis hast du mitbekommen, dass deine Eltern „anders“ sind?

"Im Grunde habe ich das als Kind gar nicht mitbekommen. Ich fand es völlig normal, dass man als erwachsener Mensch zu allen Tageszeiten alkoholische Getränke trinkt. Da meine Eltern ganz besondere Persönlichkeiten waren, im Grunde Künstler- also schon irgendwie besonders und ein wenig anders als andere, muss ich wohl gedacht haben, dass das alles zu ihrer Persönlichkeit gehört."

 

3) Wie war deine Kindheit? Wie kann man sich das vorstellen? Woran erinnerst du dich, was dich nicht loslässt?

"Meine Kindheit war anstrengend! Wahnsinnig anstrengend! Mein Bruder prahlt heute noch gerne damit, dass es bei uns nie langweilig war. Dass bei uns immer etwas los war; und dass wir viel gelacht haben. Das haben wir wohl! Aber ich glaube, dass das im Endeffekt das größte Problem war. Als Familie haben wir nur eine einzige Emotion teilen können. Die Emotionen der Freude- unseren Humor.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je Ängste, Traurigkeit oder Wut teilen konnte. Auch an liebevolle Zuwendung oder an tröstende Worte oder Gesten kann ich mich nicht erinnern!  

Woran ich mich erinnern kann ist, wie beliebt wir Kinder im ganzen Ort waren. Ich glaube wir konnten einfach nichts von unseren negativen Gefühlen herauslassen. Wir mussten, statt uns unserer Angst -vor unseren unberechenbaren Eltern- hinzugeben, uns darauf konzentrieren freundlich und fröhlich zu sein. 

Im Beisein meiner Mutter weiß ich, dass ich immer alles tun wollte, damit sie ja nicht gestresst ist.

Naja und dann kann ich mich erinnern, wie ich leise sein wollte, damit ja niemand wach wird."

 

4) Man denkt „Die Eltern waren Alkoholiker, was soll aus der Tochter werden?“, dann sitzt du da und schreibst ein Buch über Selbstliebe? Woher kamen dieser Wille und diese Kraft, aber vor allem diese Liebe?

"Tja, diese Art von Freundlichkeit und Fröhlichkeit, gepaart mit den Ressourcen der Anpassungsfähigkeit, hat mich und auch meine Geschwister beruflich sehr erfolgreich werden lassen.

Es ist tatsächlich so, dass nicht nur die Alkoholiker häufig sehr beliebte Menschen sind, auch die Kinder von Alkoholikern sind in der Regel sehr beliebt und auch erfolgreich. 

Ich glaube die wichtigsten Ressourcen die ich lernen konnte, waren das Durchhaltevermögen und die Anpassungsfähigkeit. Allerdings scheine ich persönlich, es definitiv übertrieben zu haben, mit der Anpassungsfähigkeit und mit der Fähigkeit es allen recht zu machen. Wahrscheinlich nennen Psychologen die Zeit, in der ich mich mit Ende 30 befand: Burn- out. Ich hatte so starke Schmerzen, dass ich mich nicht selbst durch den Tag tragen konnte.

Heute weiß ich: Das war die Stimme meines Körpers, die mir sagte: „So kannst du nicht weitermachen! Es wird Zeit, dass du anfängst zu fühlen. Und nicht nur ausschließlich funktionierst!"

Dieser Prozess war dann so schwierig für mich, dass ich mir im Zuge meiner Heilung überlegt hatte, ich könnte ein Buch nur für mich selbst schreiben, einfach um mich selbst dabei zu unterstützen, zu mir und meinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu finden.

Nach jahrelangen Selbstvorwürfen wegen meiner Schmerzen, half mir das Schreiben dabei, endlich echtes Mitgefühl mir selbst gegenüber zuzulassen. 

Und dann kam die tiefe Einsicht, dass ich in frühester Kindheit gar keine Chance hatte, mich selbst wichtig zu nehmen. 

 

Der letzte von 12 Schritten des spirituellen Unterstützungsprogrammes, das ich in meinem Buch "Durch Bewusstsein zur Selbstliebe" erläutert habe, inspirierte mich dann letztendlich selbst zur Veröffentlichung meines Buches:  "Nachdem ich ein Inneres Erwachen erlebt hatte, versuche ich es an andere weiterzugeben." "

 

5) Wie ist deine Beziehung zu deinen Eltern heute? Wie ging ihre Alkoholgeschichte weiter?

"Meine Eltern sind inzwischen beide schon gestorben, aber es ist schön, berichten zu können, dass sie die letzten Jahre ihres Lebens als trockene Alkoholiker erleben durften."

 

6) Bist du ihnen heute böse?

"Das ist eine gute Frage! Bin ich ihn heute noch böse? Dieser Gefühlszustand variiert, immer wieder mal, bin ich Ihnen böse. Wenn ich mich zum Beispiel meinem inneren verängstigten Kind zuwenden muss, dann werde ich schon ein wenig böse, aber meistens geht in weiterer Folge doch eine Art Verständnisprozess einher. Wenn mir nämlich bewusst wird, dass auch meine Eltern, insbesondere meine Mutter, stark unter ihren eigenen nicht gefühlten Emotionen zu leiden hatte.

Bei meinem Vater ist es so, dass ich manchmal nicht fassen kann, dass er anscheinend nichts davon mitbekommen hat, was er uns im betrunkenen Zustand angetan hat. Er hatte leider bis zum letzten Atemzug nicht die leiseste Ahnung davon, wie anstrengend es war, seine Tochter zu sein.

Er war Quartals –Trinker und glaubte, er hätte uns nichts angetan, da er ja nur in Kneipen gesoffen hätte und nicht zu Hause. An die zerstörten Eingangstüren und Fenster oder an die hunderten Alkohol- Entzüge zu Hause konnte er sich nicht erinnern. Das verwirrt mich noch heute… Aber ja, es kommt auch vor, dass ich richtig wütend bin! Ich kann mich zwar nicht direkt an vergangene gewalttätige Erlebnisse erinnern, aber wenn ich mitbekomme, wie mein Körper in unterschiedlichsten Situationen plötzlich vor Angst erstarrt, dann stelle ich manchmal eine Verbindung zu meiner frühen Kindheit her. Und dann kann ich schon echte Wut wahrnehmen. Meistens empfinde ich diese dann sogar als sehr heilsam. Diese bewusste Verknüpfung gegenwärtiger unangenehmer Emotionen mit meinen dramatischen frühkindlichen Erfahrungen - ohne mich konkret erinnern zu müssen - , scheint mir sehr wichtig zu sein. Weil ich dann liebevoller mit mir selbst, meinen Emotionen und Schmerzen umgehen kann und sie sich dann sehr häufig in Luft auflösen.

 

Was würdest du heute an der Vergangenheit ändern?

Ich würde mich mehr bemühen, zu meinen eigenen Gefühlen zu stehen. Leider waren mir die Gefühle meiner Eltern mein Leben lang wichtiger als meine eigenen. Das war ein Riesenfehler!

Co-abhängig im wahrsten Sinne…"

 

7) Viele Menschen haben den Schlüssel zur Selbstliebe verloren, das kann an vielen Dingen liegen. Was ist deine goldene Regel, wie findet man wieder zu sich?

"Das Bild mit dem verlorenen Schlüssel gefällt mir, weil es die Aussage beinhaltet, dass es diesen Schlüssel gibt, und dass man ihn immer wieder finden kann.

Meine goldene Regel lautet im Grunde: Das man Tag für Tag nach diesem Schlüssel suchen darf und sollte! -Soll heißen: Sich jeden Tag von Neuem zu bemühen, sich selbst und den eigenen Bedürfnissen liebevoll zu begegnen. Oder sagen wir, für den Anfang zumindest mal: Sich selbst verständnisvoll zu begegnen.

Ich glaube es ist legitim, dass man es als lebenslange Übung verstehen darf. Und eine der wichtigsten Aspekte ist, dass man sich nicht dafür verachtet, wenn man sich mal wieder selbst verloren hat."

 

8)Für wen ist dein Buch gedacht?

"Dieses Buch ist genau für jene gedacht, die sich trauen, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen. Oder besser gesagt, für Menschen die sich auf einen Weg begeben möchten, der mehr und mehr von Selbstachtung und Selbstverständnis getragen wird und auf wundersame Weise von wahrer Selbstliebe begleitet wird."

 

Wer ist deine Zielgruppe?

"Die Zielgruppe, die ich in meinem Buchtitel ja ganz klar anspreche, nämlich erwachsene Kinder von Alkoholikern, habe ich deswegen gewählt, weil ich mir wünsche, dass eben diese, endlich über eine sehr heilsame Haltung -sich selbst gegenüber -, erfahren können.

Allerdings bin ich überzeugt, dass auch andere Kinder, sich ein Leben lang bemühten den Erwartungen ihre Eltern gerecht zu werden, und so den Kontakt zum inneren Selbst verloren haben. Auch für all jene ist dieses Buch ein einfühlsamer Begleiter zur Selbstliebe."

 

9) Würdest du sagen, dass du dich da selber rausgeholt hast, aus der Einsamkeit und der Verzweiflung, die ein Kind spüren muss, wenn die Eltern solch einen Lebensstil haben?

"Bei dieser Frage, muss ich fast passen… ich weiß es nicht, wie es war - ob ich mich da raus geholt habe? Ich glaube ich bin wohl gar nicht erst hineingegangen, sondern in so eine Art „Off –Zustand“ gegangen. In der Trauma-Psychologie nennt man diesen Zustand Dissoziation."

 

Warst du denn komplett auf dich gestellt?

"Gott sei Dank, war ich nicht auf mich alleine gestellt, weil ich noch einen jüngeren Bruder und eine älter Schwester hatte. Manchmal denke ich, dass dieser Umstand zu dritt zu sein, uns dreien wohl das Leben gerettet hat... "

 

10) Was müssen unsere Leser unbedingt noch wissen?

"Dass das Leben ein Weg ist und ein ständiger Prozess!

Und dass wir uns in einem solchen wahrnehmen dürfen ... 

Denn Bewegung ist Leben!

Und die Liebe lebt vom Mut zu fühlen!"

 

Mein Buch "Durch Bewusstsein zur Selbstliebe" hilft, sich endlich auch den eigenen unbewussten Bedürfnissen gewahr zu werden, um so den Weg zum eigenen Lebensglück zu finden. 

 

 

 

*(unbezahlte) Werbung, da Bucherwähnung und Cover-Darstellung

 

 

 

 

 

 

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